..und wer sich liebt der niemals scheidet…

Trennung – „..und was sich liebt soll niemals scheiden..“

Die Beziehung zwischen Mann und Frau, Geschlechterrollen und das Ringen um eine glückende Partnerschaft waren das Schwerpunktthema von info3 im Juni diesen Jahres. Unser diesmaliges Titel-Thema bildet eine Art Gegenstück dazu mit dem Thema „Trennung“. Dabei ist unser Artikel kein Beitrag, um Trennung zu vermeiden, sondern will eine Hilfe sein, wenn Trennung bereits im Raum steht oder vollzogen ist, eine Neuorientierung aber der inneren Verwirrung wegen erschwert ist. Cordula Mears-Frei zeigt hier auf, wie diese oft zu spürende inneren Zerissenheit in Trennungssituationen durch den Voice-Dialoge-Ansatz verständlicher wird. Er geht davon aus, dass in jedem von uns eine ganze „Familie“ von Teil-Selbsten lebt, die sich mit ganz unterschiedlichen Stimmen um das zentrale Selbst sorgen, Überlebensstrategien für uns entwickeln – und dabei oft auch widersprüchlich agieren. Wohl gemerkt: alle Stimmen, die im Folgenden zu „hören“ sein werden, stammen aus dem eigenen Inneren von Frauen, die sich in Trennungssituationen befinden. Obwohl dieser Beitrag bewusst und ausdrücklich aus weiblicher Perspektive verfasst ist, werden ihn sicher auch Männer mit Gewinn lesen.

Von Cordula Mears-Frei

Als ich mich mit 18 Jahren auf abenteuerlicher Weltreise in Australien verliebte, wirkte ein Zauber, der mich in einen Sog von Geschehnissen hineinzog. Gedanklich hätte ich ihn gar nicht steuern können. Die Kraft des Verliebtseins und die tiefe Faszination der Entdeckung des anderen Menschens – des  Mannes – beflügelten in mir Mut und Risikofreude zu einer Lebensgestaltung, die dem herkömmlichen Fluss meiner Erziehung und sozio-kulturellen Prägung  gänzlich entgegen stand. 18 Jahre lang durfte sich diese Verliebtheit in Liebe entwickeln. Umzüge, Geburten, Familiengründung, Berufswechsel und Reisen prägten diese spannende Zeit, Existenzsorgen und biographische Krisen führten zu innerem Wandel und Wachstum – und letztendlich zu dem Moment, wo sich mein Mann und ich in einer staatlichen Eheberatung wieder finden und uns die Frage stellen: Wollen wir miteinander weitergehen? Stellen wir uns noch einmal den erneut auftretenden Differenzen und Widerständen? Oder ist der Moment gekommen, der endgültigen Trennung ins Auge zu blicken?

Die kleinen Holzfiguren vor uns auf dem Tisch zeigen unsere Ehesituation; weit voneinander abgewandt, jeder verwundet und nach einer Antwort auf die Leere dazwischen suchend; beim Versuch, die Kinder in die Mitte zwischen uns zu schieben, unterbricht mich die Eheberaterin scharf und weist uns darauf hin, dass es hier um uns beide, nicht um unsere Kinder geht. Bestimmt stellt sie drei Holzfiguren (für die drei Kinder) zur Seite. Betroffen blicken wir auf dieses Bild und hören einmal mehr, was in den vergangenen Jahren auch schon manche Ehe- und Biographieberater, Psychologen und Freunde wiederholten: da ist noch sehr viel Liebe zu spüren. Wir können, wenn wir wollen, durch viel innere Arbeit nochmals in die Begegnung kommen.  Wollen wir? Die Frau in mir schöpft Hoffnung und ich signalisiere meine erneute Kampfbereitschaft, diese Liebe zu retten; mein Mann blickt mich müde an, Tränen rollen über sein Gesicht, resigniert zuckt er die Schulter und bittet die Beraterin um die Adresse des zuständigen Anwaltes; auch er spürt die Liebe und „weiß“ (das ist der männliche Anteil): es ist vorbei. Hier und Jetzt, in diesem Zimmer unter den Augen einer fremden Frau, beenden wir unsere Ehe.

Trennung ist ein Prozess wie Sich-Verlieben

Einige Wochen später treffe ich nochmals zusammen mit dieser Frau um für mich (die ich einen weiblichen Weg gehen muss), emotional die Trennung aufzuarbeiten. Die herkömmlichen Ratschläge werden erteilt; mich schnellstmöglich finanziell unabhängig zu machen, mich gegen Schuldzuweisungen zu schützen, sich nun nicht für das nahende Elend meines Mannes verantwortlich zu fühlen, Kinderregelungen zu treffen und mich abzusichern. Zutiefst verwirrt verlasse ich die Beratung und lausche dem Sturm von Emotion in meinem Innern: da sind Befreiung und Erleichterung, aber auch absolute Überlebensangst, Schuld, Scham, innere Verurteilung, Hilflosigkeit, Trauer, Liebe und Schmerz.

Im Überdenken dieser unterschiedlichen Gefühle wird deutlich, dass eine einfache Trennung, wie es meine Beraterin vorsieht, nicht durchzuführen ist. Zu unterschiedlich sind meine inneren „Teilselbste“ in ihren eigenen Meinungen und Handlungsmöglichkeiten zu dieser Situation.

Die Auflösung besteht nicht in einer „Trennung“, sondern in der Erkenntnis von Dein und Mein,

und einem bewussten Begreifen der Muster, die mich prägten und die sich noch immer automatisch fortsetzen. Die Heilung besteht darin, die Teile in sich anzuschauen und zu verstehen, welche von ihnen die Bindung noch suchen und brauchen. Dies sind nicht nur bedürftige Selbste wie das innere Kind, das unselbstständige Mädchen, die passive Frau, sondern auch die Moral, die Treue zur großen ersten Liebe, das unendliche Mitgefühl, die Therapeutin in mir und viele andere. Ich mache mich also auf die Suche nach einem Weg, diese Teilselbste in mir sprechen zu lassen und ein Bewusstsein ihrer so ganz unterschiedlichen Botschaften zu gewinnen. Und dabei merke ich: sie werden zu wertvollen Helfern, welche Verhärtung verhindern und durch die Trennung zum Prozess wird, der – ähnlich der Verliebtheit vor 18 Jahren – ganz neue Kräfte in mir aufbrechen und sich entwickeln lässt. Nicht zwei Menschen trennen sich, sondern unzählig viele innere Anteile, die es sorgsam zu achten gilt.

Das innere Kind

Als innerste Schicht höre ich dabei das innere Kind, die Quelle einer jetzt übergreifenden, grundlegenden Überlebensangst. Es sucht Sicherheit, Nähe, Fortdauer und  Beständigkeit und lebt in einer fortwährenden, tiefen Abhängigkeit dem einst so geliebten Ehepartner gegenüber. Dieser Abhängigkeit begegnet die herkömmliche Therapie oft mit vehementer Ermutigung zur Abgrenzung und Eigenständigkeit. Verkannt wird dabei, dass das Teilselbst „inneres Kind“ nie zu einer solchen Handlung fähig sein wird. Unsere Annahme und Empathie mit diesem Kind kann jedoch dazu führen, dass wir lernen, ihm die nun erforderliche Sicherheit selbst zu schenken. Dazu gehört zuerst die absolute Bejahung und das innere Verständnis für seine Bedürftigkeit, die sich etwa so äußert:

Ich komme schon so lange zu kurz. Immer sind die Bedürfnisse anderer wichtiger. Und jetzt soll sie noch arbeiten und sich noch mehr um andere kümmern, dann gibt es mich ja gar nicht mehr.  Ich habe Angst. Es war doch nicht falsch, immer wieder den Kontakt zu ihrem Mann zu suchen – oder? Ich habe dafür gesorgt, dass sie zusammenblieben. Ohne mich hätten sie sich doch längst getrennt. Diese Welt da draußen ist so hart und so groß, ich brauche einen Mann, der mich beschützt und mich umsorgt.

Als grundlegendes Gesetz ist mir aus meiner Erfahrung mit der Voice Dialogue-Arbeit bekannt, wie wichtig es jetzt für dieses innere Kind ist, Sicherheit neu zu erfahren. Ich frage es deshalb, was es braucht, um auch außerhalb einer festen Beziehung Geborgenheit zu erfahren. Es antwortet etwa wie folgt:

Ich würde mich wohlfühlen, wenn sie uns ein Zuhause schenkt, wo ich richtig viel Platz habe; mit einem Garten mit vielen Blumen und Büschen,und vielen Tieren, wo ich spielen kann, auch mit ihren Kindern. Ich fühle mich so einsam, wenn sie die Kinder immer rumfährt und beschäftigt hält, ich will einfach sein, ich will über die Wiesen laufen und die Vögel zwitschern hören und den Wald beobachten und das Wetter spüren. Wenn ihr Leben überschaubar ist, geht es mir gut; wenn alles seinen Rhythmus und seine Ordnung hat. Ich liebe die Jahreszeiten. Ich liebe es, wenn sie den Kindern Geschichten erzählt. Ich brauche nicht viel, aber ich brauche Geborgenheit und ein Zuhause nahe der Natur.

Nahe beim inneren Kind meldet sich auch die Existenzangst-Stimme. Sie ist weit verbreitet in unserer Gesellschaft und hält viele Frauen jahrzehntelang in leidvollen Beziehungsgefügen fest. Sie spiegelt eine Qualität wieder, die gerade Frauen in traditionellen Mutterrollen einseitig entwickeln, wenn sie sich ganz auf die männliche Führung eingelassen haben und ihre berufliche Entwicklung zu Gunsten der Kinder zurückstellten. Diese Stimme spricht:

Meine größte Angst ist, dass ich nicht über genügend Kraft verfüge, so viel zu arbeiten, dass eine Existenz gesichert ist. Meine Existenzangst beruht auf einem wirtschaftlichen System, dass ich nicht durchblicke und nicht verstehe. Ich sehe die Welt als sehr hart und berechnend. Sie könnte zwar theoretisch mit sehr wenig auskommen, aber ich sorge mich dennoch darum, was geschieht wenn sie krank wird, wenn ihre Leistungsfähigkeit nicht ausreicht oder wenn sie dem Druck der Welt nicht standhält..

Dieses Selbst kann nicht die Kraft entwickeln, sich um eine spannende Fortbildung, um Kinderbetreuung und finanzielle Absicherung zu kümmern und ist immer dann verstärkt vorhanden, wenn bisher Rollenmodelle fehlten, die kreativ und karrierelustig Mutterschaft und Beruf unter einen Hut zu bringen wussten. Dieses Teilselbst wird also erst entwickelt werden müssen und braucht dazu konkrete Unterstützung und Ermutigung.

Innere Mutter – und innere Schwiegermutter…

Immer wenn sich Verletzlichkeit zeigt, ist auch die Instanz der inneren Mutter nicht weit. Diese Kraft kann in Phasen von Destabilisierung und Trennung von Außen kommen (wenn es eine solche Mutter oder Prozessbegleiterin um Umfeld gibt), aber auch als innere Kraft, die in uns zum Wirken kommen kann. Diese Energie ist in ihrer Urform nährend, aufbauend, bejahend und anerkennend:

Es ist noch ein langer Weg vor ihr und manchmal weiß ich nicht, ob sie durchhalten wird. Ich wünsche mir, dass sie Zeit findet, diese gewaltige Aufgabe mit Freude auszufüllen- nicht nur in der Müdigkeit und im Kampf . Diese Ruhe und der Frieden, der sie in allem füllte, als die Tage ganz eingestimmt waren auf ihre Mutterschaft. Ich kann sie unterstützen, indem ich sie daran erinnere, dass es eine große Ehre ist, diese Kinder zu begleiten und dass es sich lohnt, auf die Kinder zu hören, ihnen Raum zu geben und Zeit- und innerlich Raum zu schaffen, dass sie Ihnen in ihrer Fülle begegnen kann.

Dieses Teilselbst kann sich auch auf den Partner ausdehnen, indem es sich in seiner Gewohnheit der Fürsorge für seine Belange weiterhin um ihn kümmert. Oft ist das dann auch diejenige  Instanz, welche manipulierend über die Kinder und das Sorgerecht die Verbindung und Kontrolle über den Mann aufrecht erhält. Das verhindert, solange es unbewusst bleibt, eine echte Trennung, kann aber durch Erkenntnis zu der Kraft werden, die den Trennungsprozess in Rücksichtsnahme und Fairness für den Partner mitgestaltet.

Aber auch spirituelle und soziale Kräfte können hier zum Wirken kommen; die Frau kann lernen, durch Meditation, Hobbys, Nachbarschaftshilfe und den Kontakt mit Freundinnen einen Kräftestrom aufzubauen, der ihrem inneren Kind Sicherheit und Beständigkeit vermittelt.

Gegenüber diesen positiven Kräften sind aber auch die Gegenstimmen zu hören, die nun von vielen Seiten einströmen; Nachbarinnen, Arbeitskolleginnen, Mütter, und zu guter Letzt;  „Schwiegermütter“ – einem  Negativ-Urbild, wie es (mit einigen löblichen Ausnahmen) überall auf der Welt anzutreffen ist. In ihren Botschaften schürt sich die Scham und Schuld, mit der Frauen innerhalb des Trennungsprozesses zu kämpfen haben:

Ich hasse ihre Frechheit, so viel für sich einzufordern – warum kann sie sich nicht wie alle andern Frauen ihrem Schicksal beugen! Jahrtausendelang haben wir Frauen Schmerzen in unserer Ehe hingenommen, haben den Männern gedient und ihnen unser Bestes gegeben. Nun meint sie, sie hätte das Recht, diese Linie der Frauen zu durchbrechen. Wer fragt denn schon als Frau nach Erfüllung, nach Sexualität, nach Eigenständigkeit. Dazu sind wir nicht geschaffen. Wir sind auf der Welt, um zu dienen und haben unseren Männern und Söhnen alles zu geben. Wir bekommen dafür das große Geschenk der Sicherheit und der Liebe. Männer wollen gut erzogene Kinder, ein schönes Zuhause, ein warmes Essen und abends Sex mit der Frau, dass ist doch nicht so schwierig, oder? Dann geben sie einem alles –  und dann hätte sie sich längst nicht so abmühen müssen mit meinem Sohn…

Oft liegt hinter dieser verurteilenden Stimme die projezierte Ohnmacht gegenüber der eigenen Lebenssituation. Sie bringt die Bedrohung zum Ausdruck, Schatten in der eigenen Ehe nicht wahrhaben zu wollen:

Ja, ich gebe zu, ich bewundere sie auch für ihren Mut. Wäre ich jünger, würde ich mir überlegen, ihren Weg einzuschlagen. Aber ich bin alt und mein Leben ist am Ende und ich habe keine Lust, nur wegen ihr das Gefühl zu haben, ich hätte alles verspielt. Nein, ich stehe zu meinem Leben und sehe, es war richtig so. Manchmal musste ich trinken, um es  auszuhalten –  und ich wäre wohl nicht mehr  mit meinem Mann ins Bett gegangen, hätte ich mich nicht zuvor alkoholisiert – aber so ist das bei allen Frauen gewesen und mir war nicht die Kraft geschenkt, es anders zu tun.

Kontrolle und Sicherheit

Dieser Stimme zu begegnen erfordert viel Mut. Wenn sie jedoch bewusst wahrgenommen wird, liegt auch in ihrer Tiefe ein Geschenk, und neben ihrer Verurteilung wird auch die „Sorge“ um uns Frauen spürbar. Diese kommt im folgenden nächsten Teilselbst, der Kontrolle, noch viel stärker zum Ausdruck:

Diese Welt ist keine grundsätzlich gute Welt, das Gute geschieht nicht von selbst und ist nicht selbstverständlich – es  geschieht nur, wenn man hart dafür arbeitet. Ich kontrolliere ihr Leben und die Welt, um ihr Überleben zu sichern. In der Ehe habe ich sehr viel kontrolliert, um sie vor Schmerzen zu schützen. Ich hasse unerwartete Dinge und es ist mir wichtig, immer den Überblick zu bewahren. Nun hat sie sich in die größte Unsicherheit begeben, die eine Frau nur erfahren kann und ich sehe deutlich vor mir, wie arm, einsam und elend sie dabei herauskommen wird. Warum konnte sie nicht einfach das Spiel mitspielen, so wie es alle anderen Menschen tun, sie hätte dafür Wärme, Sicherheit, Beständigkeit gehabt und den Kindern viel Schmerz erspart. Was sucht sie denn immer? Immer neue Umzüge, neue Visionen, neue Menschen, neue Lebensfelder – sie lässt sich dabei völlig irrational von einer Kraft lenken, die ich nicht verstehe. Sie bricht die Gesetze dieser Welt, nicht nur das Gesetz der Ehe, sondern auch Naturgesetze, und dreht einfach alles um.

Dieses Teilselbst trägt keine typisch weibliche Qualität in sich, sondern ist in Mann und Frau gleichermaßen in Funktion. Es ist, wie man in Anlehnung an die anthroposophische Terminologie des zweifach Verführerischen sagen könnte, ein einerseits stark „ahrimanisch“ geprägtes Selbst, dass uns jedoch auch die Möglichkeit erschließt, uns in der Gesellschaft zurecht zu finden und einen Platz darin einzunehmen. Es ist die Kraft der erstarrten Materie, in welcher sich dann auch leicht Krankheitsprozesse chronisch einschleichen können und eine große Lebensmüdigkeit lähmend auf den Menschen wirkt. Frauenspezifisch trifft man dazu oft die Kollektiv-Energie des Patriarchen. Die Kontrollstimme und der Patriarch verhindern im Doppelpack besonders effektiv jede innere Veränderung und jedes Wachstum der Frau:

Eine eheliche Verbindung aufzulösen missbillige ich zutiefst. Eine Entscheidung, die man in allem Ernst getroffen hat, muss ein Leben lang tragen. Dabei mag es schwierige Zeiten geben, aber ein Versprechen ist ein Versprechen und darin liegt eine große Ordnung. Diese Ordnung kann man nicht durch Emotionen verändern –  sie ist übergeordneter Natur und sie  trägt. Es ist gegen die Natur der Dinge, mehr vom Leben zu fordern, als man bereit ist zu geben. Eine Ehe ist mit Durststrecken, Schwierigkeiten und Enttäuschungen verbunden und diese beiden Menschen hatten sehr viel angelegt. Die Ehe ist nicht dazu da, dass einer der beiden Partner persönliche Erfüllung findet. Eine Ehe schützt die Kinder und schützt den Einzelnen in der Gesellschaft. Der Mensch ist nicht dazu bestimmt, sein Schicksal selbst zu gestalten. Er unterliegt größeren Gesetztmässigkeiten und die Ehe ist eine solche Gesetzmässsigkeit zum Wohle aller.

Auch dieses Teilselbst trägt einen Lichtfunken Wahrheit in sich und hilft sogar in der Regel zum guten Gelingen einer langjährigen, fruchtbaren Partnerschaft. Tragisch ist dabei, wenn dieses Teilselbst eigenmächtig die Lebensregeln bestimmt, was durch väterlicherseits ähnliche gepolte Botschaften noch verstärkt wird. Die Frau lebt dann ihre Ehe nicht um dem Prozess zwischen ihr und ihrem Ehepartner Sorge zu tragen, sondern um einer verborgenen, manchmal uralten archaischen Kraft gerecht zu werden.

Erneuerung und Entwicklung

In dem Moment, wo die Sorge dieses Selbstes um die Sicherheit der Person anerkannt wurde, entsteht Raum für neue Entwicklungs-Möglichkeiten im Sinne einer „bewussten Emanzipation“, z.b. durch die neue Frau oder ihre dunklere Schwester Kali, im Hinduismus als Göttin des Todes, aber auch der Erneuerung verehrt. Erstaunlicherweise tritt die ausschließliche Einseitigkeit dieser Teilselbste natürlich und von selbst zurück, wenn in dem inneren System neue und sogar widersprüchliche Kräfte erwachen. Dies gelingt dann, wenn ich mich in diesen Prozess beobachtend hineinstellen kann, ohne notwendigerweise in die eine oder die andere Richtung zu handeln.

Ich habe lange, lange geschlafen. Eigentlich bin ich noch gar nicht geboren, ich beginne gerade erst meine Zehen zu recken und den Duft dieser Welt einzuatmen. Wo ich herkomme ist alles Licht –  ätherisch-durchlässig und zart, ich bewege mich frei und fließend und habe keine feste Form. Aber ich bin gern in diesem Körper anwesend. Wenn ich da bin, wird alles ganz anmutig, weich, hingebungsvoll. Ehe? Das kenne ich nicht, was ist das? Ich kenne nur das Jetzt. Den Augenblick, in dem ich tanze und den Himmel mit der Erde verbinde. Ich bin der Regen, der die kleinen Wurzeln in der Erde kitzelt, ich bin die Sonne, welche die Blütenknospen küsst und sie mit meiner Zartheit zum Leben weckt. Ich bin zart, aber ich bin auch der Vulkan, loderndes Feuer, das  alles vernichtet, ich bin Einheit der Naturgewalt, ich bin die große Lebenskraft der Mutter Erde. Ich bin das mächtige Becken, welches Kinder gebärt – aber ich bin auch die zarten Hände, welche das Neugeborene willkommen heißt. Ich bin Schöpfungskraft und Zeugungskraft und weiß, dass Leben beständige Wandlung ist.

In der Entdeckung und der Integration solcher und ähnlicher Teilselbste erschafft die Frau – möglicherweise zum ersten Mal – eine Autonomie und Eigenständigkeit, die ganz frei vom Männlichen eine eigene Empfindung entwickelt. Auch wenn es nicht gerade die Kraft ist, die beim Finanzamt Formulare auszufüllen vermag, so ist sie doch ähnlich einem heilsamen Sommerregen die Instanz, in welcher frei von äußeren Einflüssen innere Vollkommenheit annähernd erlebt werden kann.

Jetzt öffnet sich der Raum aus der Ko-Abhängigkeit des inneren Kindes in die eigenständige Entwicklung des persönlichen Schicksalsweges. Viele Frauen erleben an diesem Punkt die tiefe innere Ermutigung, zu ihrem Weg zu stehen und ihn nach Außen zu vertreten. Sie erleben aber gleichzeitig bewusst auch das Fehlen der männlichen Präsenz, beispielsweise in der Kindererziehung. Hier gilt es, innere Urkräfte hervorzubringen, die im weiblichen Sinne männliche Führungsqualitäten integrieren können. In den Urbildern der Amazone, der Kali, der Diana, oder auch intellektuell-leistungsorientierten Teilselbsten erfährt die Frau nun mögliche Unterstützung. Erinnerungen werden wach an Lebensziele, die man lange vor der Geburt der Kinder gehegt hatte, von Außen treten Möglichkeiten greifbar in das eigene Bewusstsein, die vorher nebulös ungreifbar waren. Diese Phase kann von tiefer Inspiration und Selbstbestimmung begleitet sein. Die eigenen Grenzen werden nun deutlicher und eine Handlungsfähigkeit entsteht, welche den oft mühevollen Trennungsprozess durchlichtet:

Ich erwache wieder und schenke dir die Kraft, dich in der Welt durchzusetzen. Für die Welt bin ich  eine wütende Furie, die  egoistisch für deine Bedürfnis einsteht. Ich bin hart und ich setze Grenzen. Ich trenne. Ich helfe dir, mutig und alleine in der Welt stehen zu können und Autorität zu entwickeln. Ich habe einen scharfen Verstand, bin blitzschnell im Handeln und wach. Ich erziehe deine Kinder zu reifen, selbstständigen Wesen ohne Manipulation und falsche Spiele, weil ich alle Spiele mit meinem Schwert durchschneide. Ich stelle Forderungen und mute dem Andern zu, sie ausführen zu können. Ich liebe Männer, die Krieger sind und ich verabscheue es, wenn sie dich benutzen, um Eigennutzen für sich zu beziehen. Ein Mann kann dir nur Gegenüber sein, wenn er mich kennt und würdigt und weiß, dass ich lebensnotwendige Kraft der Abgrenzung, des Rückzuges, der Einkehr bin, welches dich als eigenständiges Wesen weiterentwickelt. Ich wecke dich aus deinem Schlaf und sage dir, wenn es Zeit ist, weiter zu gehen.

In der Psyche der Frau fest verankert meldet sich nun auch derjenige Teil zu Wort, der nie aufgibt, eine Lösung zu finden: die innere Therapeutin, Heilerin, Zauberin:

Ich weiß um die Schmerzen und das Trauma jedes Menschen.  Es ist zu viel Kraft verschleudert worden, dem muss nun ein Ende gesetzt werden. Ich bereite längst das nächste vor, so wie ich es immer gemacht habe und immer tun werde, in meinem unsichtbaren Wirkungsfeld. Ihre Angst blockiert alles. Im Moment kämpft sie sehr mit Existenzangst. Das Leben  wird fließen im Überfluss, wenn sie ihre Ängste in ein großes Ja, in einen Akt des Vertrauens auflöst – nicht aus der Energie des Kindes, welches abhängig ist, sondern aus der großen Lebensfülle heraus, ein JA zum Leben.

Transpersonal Ruhe

Und weiter wird im transpersonalen Raum die Begegnung mit dem großen Mitgefühl möglich. Es steht in Verbindung steht mit dem höheren Selbst, unserer geistigen Wesensessenz:

Ich kann nicht trennen –  in meiner Herzensmitte gibt es nur das All –  es gibt dort kein Ich und Du, und alles, was im Außen geschieht bin auch Ich im Innen. Meine Liebe ist unendlich, sie trägt alles, duldet alles, und ich werde dabei nie verletzt. Jede Verletzung nehme ich tief in meinen Atem und verwandle sie in neue Liebe, ich bin ein See der Reinheit, indem sich alles transformiert, heilt und auflöst.

Sie  ist diese Ehe nicht umsonst eingegangen. Die Schmerzen, welche an sie herangekommen sind, sind notwendige und wichtige Entwicklungsschritte. Ihr wahrer  und einziger Schmerz ist das Nicht-Wahrhaben-Wollen der Realitäten. Ich beschönige nicht, ich sehe die Dunkelheiten und auch die größten Dämonen, aber ich fürchte mich nicht davor, weil ich weiß, dass die Liebe immer stärker ist. Wenn sie sich schützen möchte, dann bin ich ein guter Weg; denn in mir ist ihr Herz offen, aber nicht persönlich gebunden, in mir findet sie transpersonale Liebe. In mir wird sie Ruhe finden und die Kraft, loszulassen, weil in mir alles gut ist, alles ist vollkommen.

Im Alltag wird es nicht immer möglich sein, diese transpersonale Kraft umzusetzen; Gefühle wie Hass, Wut, Trauer, Beschuldigungen und Finanzdiskussionen toben wie Stürme und auch die besten „Trennungspartner“ gehen irgendwann mehr oder weniger durch diese Schatten. Mit der Kraft der transpersonalen Ruhe gewinnen jedoch die Augenblicke der Gelassenheit Oberhand und sachliche, faire Gespräche werden möglich.

Erst ganz allmählich kann man jetzt dem jahrelang geliebten Partner in Freiheit gegenübertreten, ohne dass die alten Gewohnheiten und Muster immer wieder durchbrechen. Nun beginnt die Phase der Würdigung und Anerkennung für das, was jahrelang Basis einer tiefen Verbindung war, ohne länger darin verstrickt zu sein.

Und es stellt sich vielleicht auch die biographische Frage: was musste ich denn entwickeln durch diese Trennung, wo lebte ich in Einseitigkeit und wo habe verlernt, für mich selbst Verantwortung zu übernehmen? Wo habe ich den anderen selbstverständlich genommen, habe ihn gar nicht mehr wahrgenommen, in seiner ganz eigenständigen Persönlichkeit?

Teilselbste verfestigen sich immer dort, wo ich mich zu sehr auf den andern beziehe – wo ich mich beziehe, um für meine eigenen Defizite und Unvollkommenheiten Antwort zu finden. Das innere Kind hat in seinen Bedürfnissen viel Neues erhalten und erfahren dürfen, nun ist es Zeit für die Visionsfrau:

Ich sehe tausenderlei Möglichkeiten. Sie ist eine begabte, intelligente Frau die fast jeden Beruf hier in der Welt ausführen könnte. Ich rate ihr deshalb, ihr Leben umfassend zu vereinfachen. Ich schenke ihr dazu konkrete Lebensvisionen…

Wachheit und Wissen

Bewusstseinsarbeit heißt, sich über alle Dinge Wachheit zu schaffen, so dass ich nicht automatisch handle, sondern mein Tun mit meiner Intention selbst gestalte. Dies ist zunächst sehr anstrengend, weil es gegen unsere Gewohnheit steht und nicht von der Welt unterstützt wird. Diese Wachheit zu erringen, ist harte, alltägliche, systemische Arbeit. Aber jedes Lebensgebiet, das so gedanklich durchdrungen ist, erfährt Verwandlung, und nach der mühevollen Bodenarbeit wachsen auf dem Acker Früchte, die endlose Ernte bringen. Überall, wo ich als Opfer meiner Selbst, meines Mitmenschen oder der Welt (als System) festgefahren bin, kann sich  die Fülle, die uns Gott verheißen hat, nicht manifestieren. Überall dort, wo ich durch Erkenntniskraft das Unbewusste erlöse und mich auch jenen Anteilen in mir stelle, vor denen ich mich am meisten fürchte, wird eine Kraft frei, die vollkommen schöpferischer Natur ist. Ich kann nur dort Mit-Kreatorin werden, wo ich mir über eine Sache gründlich alles dazugehörige Wissen angeeignet habe.

Wenn eine Frau Opfer geworden ist oder Ko-Abhängige, dann ist es Zeit, die Lebensbereiche genau anzusehen, wo ich etwas von mir „weg-gegeben“ habe. Was ist es, dass ich einem anderen von mir gegeben habe? Oft wurde es mir vielleicht auch schmerzlichst genommen. Dieser Moment kann lange zurückliegen und tief in mir vergraben sein. Ich habe etwas von mir weggegeben – oder mir nehmen lassen, weil ich dafür etwas anderes bekommen habe. Was ist dieses andere? Gilt es heute für mich noch? Gibt es mir noch diese tiefersehnte Nahrung, die ich einst davon erhoffte? Wie schmeckt diese Speise? Habe ich sie nicht längst immer aufs Neue ausgespieen – bin ich bereit, neue Seelennahrung in mir aufzunehmen?

Diese Veränderungen betreffen das gesamte Lebensumfeld. Gerade alleinerziehende Frauen berichten immer wieder von einem enormen Kräfteverlust im Familienleben, wo die alltäglichsten Dinge plötzlich sehr anstrengend werden. Der Rhythmus trägt nicht mehr, die fehlende Lücke, nicht nur durch den Partner, hat schwerwiegende Folgen. Das hängt mit dem energetischen Grundmuster einer Familie zusammen, das durch eine Trennung zu einem abprupten Ende gekommen ist. Es ist, als hätte sich der Familienengel zurückgezogen und es erfordert fast unmenschliche Kraft, die neue Ordnung zu gestalten. Hier hilft der tägliche bewusste Umgang mit dem „neuen Familienengel“:

Du hast  gespürt, wie „es“ nicht mehr trägt; das Alte ist vorbei und das Neue hat noch keine Form. Ich bin die All-Mütterliche Kraft, voller Sanftheit, Geduld und Wahrhaftigkeit, welche dich in deiner Aufgabe als Mutter unterstützen kann. Meine Kraft ist nährend – weich, fließend, humorvoll. Ich bin kreativ und erfinderisch. Ich schenke dir die Ruhe, gelassen deinen Kindern gegenüber zu stehen und sie liebevoll und wahrhaftig wahrzunehmen. Ich kann dir Freude an deinen Kindern schenken und lustvoll und liebevoll deinen Alltag mitgestalten. Ich nähre deine Vollkommenheit, so dass deine Kinder frei werden von deinen Mängeln und sie nicht für dich füllen müssen. Ich schaffe Fülle, so dass keine Bedürftigkeit  in dir die Kinder bindet. Aber ich brauche von dir, dass du dich aktiv an mich wendest und mich bewusst einlädst, uneingeladen wirke ich nicht. Du kannst mir deine Kinder anvertrauen, auch dann, wenn du von ihnen räumlich getrennt bist, und ich halte sie immer liebevoll in Gewahrsein und Schutz –  auch dann, wenn Du selbst keine Kraft mehr dazu hast.

Viele Schritte sind nun bewältigt, die ersten Monate geprägt von Überlebensangst, liegen weit zurück. Ein leiser Schmerz wird Wegbegleiter bleiben, im Wissen um all die Anteile in mir, welche weiterhin verbunden sind mit der großen Liebe, die jahrelang Fundament und Basis war. In Anerkennung dieser Liebe kann eine neue Form der Freundschaft und Partnerschaft wachsen, auch wenn der Partner ganz andere Wege der Schmerz- und Schicksalsbewältigung wählt. Die Zukunft mag noch ungewiss und schwer greifbar scheinen, durch den Prozess entwickelte sich dafür eine neue Kraft: Das Vertrauen:

Das Leben selbst ist nichts Statisches. Es ist in jedem Augenblick ein Geschenk. Nur der Tod ist ein Faktum, welcher irgendwann auf jeden wartet. Weil die Welt diesen Tod nicht aushält, hat sie Gesetze über Kontinuität geschaffen, welche uns vorgaukeln, die Dinge hätten Bestand. Aber in Wahrheit hat nichts Bestand. Alles ist Wandel, Veränderung, Bewegung, jeder Tag schafft neue Blüten, die sich wieder zerstören- und aus jeder Tat erschließen sich Samenkörner, die zu neuem Leben führen. Wenn etwas zu Ende ist, ist das traurig –  aber gut, denn alles hat seine Zeit. Die Gesetze dieser Welt halten uns in dem Scheinglauben, mit ihren Absicherungen und Versprechungen Sicherheit zu schenken. Eine solche Sicherheit gibt es nicht, denn überall wartet der Tod. Es gibt nur den Augenblick, und der ist ganz und vollkommen. Alles hat seinen Sinn und seine Zeit. Man kann die  Dinge nicht beschleunigen und verändern, indem man sie festhält und kontrolliert. Ich habe ihr geholfen, in meinem Vertrauen, eine neue Lebensformen zu erschaffen, frei von Abhängigkeit. Das ist alles; es scheint so riesig und schmerzvoll, weil die Welt Trennung als solche stigmatisiert. Aber dahinter steht nichts als der Wunsch, frei von Kontrolle und Abhängigkeit zu leben und Leben zu schenken, auch ihrem Mann.

Alles ist möglich in dieser neuen Lebensform. Ich habe keine Erwartungen, für mich ist jeder Tag neu und ein neues Geschenk. Ich weiß, dass hinter allen Verletzungen, Verleumdungen,  Anschuldigungen und Erwartungen die Liebe wohnt. Die Liebe, die darauf wartet, erlöst zu werden von den Spielen der Menschen welche sie missbrauchen für ihr Ego, für ihre Macht und für ihre Angst vor der Echtheit des Seins. Das Leben ist nicht böse, aber es ist unbezähmbar, es hat eine Kraft, die dem Menschen nicht unterliegt. Sie hat das erkannt, als sie einmal auf einer Vulkaninsel die gewaltigen Lavamassen betrachtete, welche alles zerstörten und sie fühlte meine Liebe in sich, diese Liebe zur Kraft, die über der überheblichen Macht des Menschen steht. Ja, das Leben ist ein gewaltiges Risiko, für den, der festhält. Für den, der sich der Kraft über ihm unterordnen kann, und der weiß, dass wir alle eingebunden sind in eine Intelligenz, die uns weit überlegen ist, für den wird das Leben zum täglichen Geschenk. Das einzig Böse in dieser Welt ist der Glaube an Trennung und ist die immer erneut von Menschen hervorgehobene Trennung, die bewusst und selektiv ausgrenzt, abspaltet und fernhält, um Sicherheit und Uebersicht zu bewahren. Das echte Leben IST, immer im Moment – gewaltig und groß, schmerzvoll und voller Freude und sie täte ihr gut daran, alle diese Qualitäten gelassen wahrzunehmen, ohne sich von ihnen binden zu lassen.

Cordula Mears-Frei ist international tätige Voice Dialogue Trainerin. In Schopfheim arbeitet sie in Verbindung mit Kunsttherapie und Erlebnispädagogik mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. In Basel leitet sie das Institut für integrative Bewusstseinsarbeit.

www.praxis-integrationsarbeit.de

www.voicedialogue/basel.ch

Kasten

Was ist Voice Dialogue?

Voice Dialogue wurde vor 40 Jahren von dem Psychologen-Ehepaar, Dr. Hal und Dr. Sidra Stone in den USA erarbeitet und seither kontinuierlich weiterentwickelt. Als Methode der Selbstwahrnehmung und Persönlichkeitstransformation wird Voice Dialogue heute weltweit, auch in Kombination mit zahlreichen anderen Therapieformen, angewendet.
Die Stones entwickelten die Voice Dialogue-Methode, um Kontakt zu unseren inneren Stimmen herzustellen, ihnen Gehör zu schaffen und unser Bewusstsein für jeweilige Hauptselbste wie auch ihre verborgenen Gegenspieler (den verdrängten Selbsten) zu schulen. Diese Bewusstmachung unserer „inneren Familie“ führt zu einer neuen Handlungsfähigkeit in unserem Leben durch die aktive Erfahrung des Bewussten Ich“, welches als Mittler dieser oft gegensätzlichen Stimmen in unserem Innern agiert.

Ein Voice Dialogue-Facilitator wird geschult, diesen inneren Stimmen zu einem klaren, energetischen, sowie körperlichen Ausdruck zu verhelfen und begleitet als Mediator achtsam und präsent entsprechende Sitzungen. Er hilft dem Klienten, die Gefühle eines Teilselbstes selbstverantwortlich in seinem Bewussten Ich zu verankern und bietet die Möglichkeit zur Erfahrung der Gegenseiten (verdrängtes Selbst). Dabei lernt man nicht nur seine innere Ursprungsfamilie und sein kulturbedingtes Wertsystem kennen, sondern schafft Raum, ganz neue Seiten in sein Leben einzuladen und gleichzeitig der sicherheitsverschaffenden Struktur der Vergangenheit Achtung und Dank entgegenzubringen.

Durch diese Erfahrung und einem gestärkten Bewussten Ich soll es möglich werden, dem Leben freier zu begegnen und sein eigenes Wesen in seiner ganzen Fülle kennen zu lernen.

www.delos-inc.com
www.voicedialogue.ch

Buchhinweis:

Hal und Sidra Stone: Liebe bleibt solange sie tanzt. Partnering – die andere Art, Beziehung zu leben. 19,50 Euro.