Schlagwort-Archiv: hal und sidra stone

Narrative Psychotherapie

Niemand der sich täglich Selbst neu erschafft, ist deshalb „verrückt“. Vielmehr problematisch ist es, in einer Welt zu leben, die auf den rigiden Fortbestand einer gefestigten persona besteht. Die Spannung zwischen Selbstkompetenz- und Selbstauflösung aus- zu-halten, in der Forschungsarbeit nach Drs. Hal und Sidra-Hal Stone „Der Prozess des Bewussten Ich “ benannt, erfordert eine einzige Art der Stabilität, während sich, ansonsten alles in fortwährender Neubewegung befindet. Diese Stabilität beantwortet sich in der Frage nach dem Gravitationspunkt, die jeder für sich Selbst, als Agenz wählt. Wenn wir Liebe als Wille wählen, uns immer neu zu erschaffen, in Frage zu stellen und im Erzählen neuer Geschichten, die alte Tradition ehren und zugleich zu erneuern, dann sind wir im wahrsten Sinne Performanz-Künstler die an der Schwelle von Gewordenem und Noch- Nie-Dagewesenem unser Zuhause erschaffen, welches aus Innerer Kraft Ausrichtung, Zentrierung und Ruhe vermittelt, während Fäden kosmischer Intelligenz durch unser Wesen weben und unsere Träume bereichern. Möglicherweise, eine neue Form von Psychotherapie oder Magie, wohl eher aber, irgendwann das, was Menschsein bezeichnen wird, in Etwa so, wie sich die Ureinwohner von Terra Australis mit ihren Songlines ein gleichzeitiges Universum von Rückbindung an archaische Tradition und aktive Performanz durch die Handlung des Songlines-Singens selbst erzeugten. Schematismus in der Postpostmoderne also, oder einfach, Erzeuger neuer Wirklichkeiten? –

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Hal und Sidra Stone im Gespräch mit Cordula Mears-Frei:“Wir werden uns dabei aber nicht im Universum auflösen, sondern durch die Kraft des Bewussten Ich selbstschöpferisch in die Kreation unserer menschlichen Daseinsform hineinwirken.“

„Partnerschaft als spiritueller Weg“

Wen heirate ich und wenn ja wie viele? In Abwandlung eines populären philosophischen Titels unserer Tage zeigt die Voice-Dialoge-Methode (siehe auch unsere  Info3 April-Ausgabe 2011), wie in jedem von uns eine Vielzahl unterschiedlicher und teils widerstreitender „Stimmen“ ein Eigenleben führen. Gerade in Partnerschaften tragen diese Stimmen oder „Teilsebste“ fast immer ihre Konflikte aus – kein Ausweg aus zermürbenden Beziehungen?

Kern der Arbeit von Hal und Sidra Stone, Pioniere der Bewussstseinserforschung und Begründer der Voice Dialogue-Methode („Psychologie der Selbste“) ist die Entwicklung von echten Partnerschaften als Möglichkeit für umfassendes spirituelles Wachstum. Ihre jahrzehntelange und weltweite Tätigkeit als spirituelle Lehrer und klinische Psychologen begründen ihre Erfahrung, wonach sich in der herkömmlichen, von Gewohntheiten geprägten Beziehungsform viele innere Wesensanteile nicht frei entwickeln können, was zu Einseitigkeit und Unausgefülltheit führen kann. In ihrem Buch Liebe bliebt solange sie tanzt zeigen sie einen neuen Weg der Beziehung, die sich dem Prozess zwischen zwei Menschen bedingungslos hinzugeben sucht, ohne sich jedoch in der anderen Person zu verlieren. Dazu braucht es den Mut, innere Glaubensmuster kennenzulernen und zu überprüfen und die Erfahrungswelt des Partners als Katalysator für den eigenen Bewusstwerdungsprozesses einzuladen. Hal und Sidra Stone sind heute 71 und 81 Jahre alt und leben in Kalifornien, wo sie das von ihnen gegründete Delos-Institut leiten. Mit der langjährigen Voice-Dialog-Lehrerin Cordula Mears-Frei, die diesen Ansatz in ihrer Arbeit mit der Anthroposophie verbinden möchte, führten sie das folgende Gespräch.

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..und wer sich liebt der niemals scheidet…

Trennung – „..und was sich liebt soll niemals scheiden..“

Die Beziehung zwischen Mann und Frau, Geschlechterrollen und das Ringen um eine glückende Partnerschaft waren das Schwerpunktthema von info3 im Juni diesen Jahres. Unser diesmaliges Titel-Thema bildet eine Art Gegenstück dazu mit dem Thema „Trennung“. Dabei ist unser Artikel kein Beitrag, um Trennung zu vermeiden, sondern will eine Hilfe sein, wenn Trennung bereits im Raum steht oder vollzogen ist, eine Neuorientierung aber der inneren Verwirrung wegen erschwert ist. Cordula Mears-Frei zeigt hier auf, wie diese oft zu spürende inneren Zerissenheit in Trennungssituationen durch den Voice-Dialoge-Ansatz verständlicher wird. Er geht davon aus, dass in jedem von uns eine ganze „Familie“ von Teil-Selbsten lebt, die sich mit ganz unterschiedlichen Stimmen um das zentrale Selbst sorgen, Überlebensstrategien für uns entwickeln – und dabei oft auch widersprüchlich agieren. Wohl gemerkt: alle Stimmen, die im Folgenden zu „hören“ sein werden, stammen aus dem eigenen Inneren von Frauen, die sich in Trennungssituationen befinden. Obwohl dieser Beitrag bewusst und ausdrücklich aus weiblicher Perspektive verfasst ist, werden ihn sicher auch Männer mit Gewinn lesen.

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