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Narrative Psychotherapie

Niemand der sich täglich Selbst neu erschafft, ist deshalb „verrückt“. Vielmehr problematisch ist es, in einer Welt zu leben, die auf den rigiden Fortbestand einer gefestigten persona besteht. Die Spannung zwischen Selbstkompetenz- und Selbstauflösung aus- zu-halten, in der Forschungsarbeit nach Drs. Hal und Sidra-Hal Stone „Der Prozess des Bewussten Ich “ benannt, erfordert eine einzige Art der Stabilität, während sich, ansonsten alles in fortwährender Neubewegung befindet. Diese Stabilität beantwortet sich in der Frage nach dem Gravitationspunkt, die jeder für sich Selbst, als Agenz wählt. Wenn wir Liebe als Wille wählen, uns immer neu zu erschaffen, in Frage zu stellen und im Erzählen neuer Geschichten, die alte Tradition ehren und zugleich zu erneuern, dann sind wir im wahrsten Sinne Performanz-Künstler die an der Schwelle von Gewordenem und Noch- Nie-Dagewesenem unser Zuhause erschaffen, welches aus Innerer Kraft Ausrichtung, Zentrierung und Ruhe vermittelt, während Fäden kosmischer Intelligenz durch unser Wesen weben und unsere Träume bereichern. Möglicherweise, eine neue Form von Psychotherapie oder Magie, wohl eher aber, irgendwann das, was Menschsein bezeichnen wird, in Etwa so, wie sich die Ureinwohner von Terra Australis mit ihren Songlines ein gleichzeitiges Universum von Rückbindung an archaische Tradition und aktive Performanz durch die Handlung des Songlines-Singens selbst erzeugten. Schematismus in der Postpostmoderne also, oder einfach, Erzeuger neuer Wirklichkeiten? –

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