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Our Mother Which Art in Earth

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“ But I do believe that if the hubris, which is an expression of the abuse of power, this hubris of power, this hubris of consciousness that we suffer from, if it includes also the Eros element, which transcends consciousness-the Eros that has in its keeping all the emotions and the energies of metamorphosis-it will transform matter in such a way, at such a pace, that something not there before will enter in and a new act of creation will happen. We need to pull our conscious power together with the spirit of metamorphosis, the Eros, if we are to become whole again. Otherwise we are not going to win the battle for conservation.

Any other course is going to be concerned with symptoms-and not the problem proper. So I would suggest to you to think about the gift of fire, the process of divine power being handed over to human beings so that the whole calling of people on earth was altered. If we have a meaning, if we have a right to continue to exist, it’s only in so far as we respond to the charge: as keepers of the trust of creation and the continuing task of creation. Just as the gods, or what we call God, sought to become human, humans must seek to become more worthy of what is divine. These are joined, and in only that way can we win the battle.

For me, personally, the Promethean myth is the greatest of the classical myths. It’s a great point of departure not only in human life on earth, but in what one feels is the whole pattern of creation in the universe. It’s the sense that what is godlike suddenly became part of humanity. But more than that-in making us conscious, a lopsidedness occurred, which the unconscious abhors. You can’t talk about consciousness unless you think of the unconscious, because consciousness is a product of the unconscious. So there is this extraordinary process that even the gods themselves couldn’t visualize-this yearning, this longing of the unconscious to become totally aware. That’s why the Eros aspect of the myth is so frightfully important-the mystery of love that one must accept in silence: the idea that the gods suffer with us for our awareness“ .- Laurens van der Post

 

When considering the relationship of Jungian thought to the natural world, to its conservation, and to the place of the human species in its great chain of being, no one occupies a more prominent place than Sir Laurens van der Post.Eminent conservationist, author, and explorer, van der Post has made it his life’s work to bring together a deep love for the and natural world with an equally deep love for the importance of the inner world and the work of individuation. One of C. G. Jung’s close friends, van der Post has carried his profound understanding of Jung’s work to audiences all over the world through such means as his successful BBC film, The Story of C. G. Jung, and his many lectures and presentations. His novels of primeval Africa and its prescientific world have become for our technological culture “ guidebooks “ back to the true mystery of existence that Jung experienced and so greatly valued during his famous trip to Africa in 1925.

Sir Laurens van der Post met with Robert Hinshaw and Peter Ammann on December 16, 1989, in his Chelsea home in London, England, to share his thoughts and feelings about how consciousness must re-establish a living relationship with the depths of the unconscious if we are to truly “ conserve “ the wholeness of ourselves and of the earth we live on.

Full Interview: https://msuweb.montclair.edu/~sotillos/ourmotherlvdp.html

 

About Laurens van der Post:

Before long, though, I was again journeying into Van der Post’s world, smelling that familiar dust as it rose off the Bushmen dancers‘ feet around their campfire. For his appeal as a writer amounted to more than his achievement in depicting a defunct lifestyle. „We need primitive nature, the First Man in ourselves, it seems, as the lungs need air and the body food and water,“ he had written, and we saw in the Bushmen evidence that the widening gap between modern, western man and his primitive past was a cause of our spiritual and moral decay. Van der Post’s friendship with the psychoanalyst Carl Jung explains another element of his thinking. „Men had lost their capacity to dream …“ he reflected after the second world war. „I knew that somehow the world had to be set dreaming again.“ For Van der Post, the Bushmen were gatekeepers to the unconscious: „I sought to understand imaginatively the primitive in ourselves, and in this search the Bushman has always been for me a kind of frontier guide.“

However he is judged by history – Jones argued that he hated Nelson Mandela, for good measure – Van der Post will undoubtedly remain a guru to many. His Lost World was an attack on the enduring notion of the African continent as „dark“. As for me, I’ll keep rereading the book from time to time. And if I ever walk off into the Kalahari, Van der Post remains my chosen companion.“- Benedict Allen

· Benedict Allen’s most recent book is The Faber Anthology of Exploration (£25).

Buchempfehlung: Laurens van der Post: Wenn Stern auf Stern aus der Milchstrasse fällt

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“ Ich beginne mit diesem Zitat aus den Aussagen eines Buschmannsträflings, die hundert Jahre zurückliegen; seine Sehnsucht nach Geschichten war offenbar noch größer als sein Heimweh und sein Bedürfnis nach Menschen. Er war einer jener noch übriggebliebenen Ureinwohner Afrikas, die dem Untergang geweiht sind, und man hatte ihn zur Arbeit am Wellenbrecher in Table Bay verurteilt. Das galt damals auf dem Kap der Guten Hoffnung als schwerste Strafe für ein Verbrechen außer der Todesstrafe. Er war verurteilt worden, weil er hungrig war und sich ein Schaf aus der Herde eines Mannes jener Rasse holte, die das ganze große Land seines eigenen Volkes gestohlen hatte. Seine Aussagen sind für mich etwas vom Tragischsten und Bedeutsamsten, was in meinem Vaterland geäußert worden ist, doch ich habe nicht mehr davon wiedergegeben, weil das Zitat hinreichend zeigt und besser als alles, was ich in der Weltliteratur sonst gefunden habe, daß der lebendige Geist Geschichten braucht, damit er überleben und sich erneuern kann. Durch diese allgemeine Überlegung bin ich dazu gekommen, mir die Geschichte vorzunehmen, die ich jetzt erzählen will. Ich hatte aber noch einen andern Grund, sie zu schreiben, und der war für mich persönlich genauso zwingend. Es ist viel über afrikanische Geschichte geschrieben worden, über die schreckliche Vergangenheit, über Rassenprobleme und solche sozialer und wirtschaftlicher Art; über den Schmutz, die Hitze, das Fieber, die Moskitos und manches andere, was unangenehm und unerklärlich ist in diesem Land. Doch soviel ich weiß, hat noch niemand den Aspekt Afrikas festgehalten, um den sich diese Geschichte dreht. Er läßt sich mit rein rationalen Mitteln oder durch ausschließlich dokumentarische;, tatsächliche Vorgänge nicht wiedergeben. Und was mit Hilfe der Vorstellungskraft geschrieben ist, kann auch nicht einfach wie etwas Geschichtliches dargestellt werden. Sondern nur auf eine Weise, in der Afrika selbst unübertrefflich gewesen ist und die es seit unvordenklichen Zeiten bis zum heutigen Tag durch Geschichten, Mythen und Sagen überliefert hat. Sie allein können widerspiegeln, was ich als jene Magie bezeichnen möchte, die das Leben im primitiven Afrika meiner Meinung nach gehabt hat, bevor wir Europäer kamen und sie zerstörten. Ich bin glücklicherweise gerade noch rechtzeitig geboren worden, um etwas von dieser uralten afrikanischen Merlin-Welt zu erleben. Ich war ihr als Junge so nah, daß ich nur dazusitzen und zuzuhören brauchte, wie die toten Helden und ihr Zeitalter der Magie nochmals zum Leben erwachten auf den Lippen lebendiger Menschen, die so etwas erfahren und sogar selbst getan hatten. Deshalb trugen die Märchengestalten meiner Kindheit nicht die blassen Züge jener Rasse, der ich und meine Familie angehören, sondern diejenigen der gelben, kupferfarbenen und schwarzen Eingeborenen des Landes. Das galt für alle Mitglieder meiner Familie. Ich war eins von fünfzehn Kindern. Wenn wir paar wenigen, die von unserer einmal so großen Pionierfamilie am Leben geblieben sind, zusammenkommen und uns unser Verhältnis zu den verachteten Farbigen unserer Kindheit ins Gedächtnis zurückrufen, bin ich überrascht, wie herzlich unsere Stimmen werden, wie lebhaft das Gespräch und wie rege die Phantasie. Bei uns arbeitete zum Beispiel ein Mann, halb Buschmann und halb Hottentotte, der bereits als Junge zu uns gekommen war und schon damals geringschätzig Vet-Kop(Dummkopf) genannt wurde, weil seine ersten Arbeitgeber, die ihn mitnahmen, es nicht für nötig hielten, ihn zu fragen, was für einen Namen ihm seine Eltern gegeben hatten. Er war so brutal von seiner eignen Gesellschaft getrennt worden, daß er selbst sich nicht mehr an seinen richtigen Namen erinnern konnte. Er kam immer wieder wegen kleiner Verstöße gegen ein ungerechtes Gesetzbuch ins Ortsgefängnis und kehrte jedesmal gradewegs zu uns zurück. Es wäre zu Haus in unsrer Kinderschar eine Meuterei ausgebrochen, wenn meine Eltern ihn fortgeschickt hätten. Doch glücklicherweise mochten sie ihn auch, und er hatte mehr Einfluß auf meine Phantasie als alle Geistlichen der Dutch Reformed Church. Auch heute noch bin ich traurig darüber, daß er nicht mehr am Leben ist und mir mit seinem Regenbogengeist die jetzigen trüben Zeiten bunt färbt wie früher meine Kindheit. […]“

Dies ist ein Auszug aus dem Roman: Wenn Stern auf Stern aus der Milchstrasse fällt, von Laurens van der Post.

Buchtitel: Wenn Stern auf Stern aus der Milchstrasse fällt
Autor: Laurens van der Post
Übersetzung: Brigitte Weidmann
Genre: Südafrika-Roman
Verlag: Diogenes Verlag
Zürich, 1994
ISBN 9783257228052 / ISBN 978-3-257-22805-2
Broschur, 11×18 cm, 368 Seiten