Newsletter Januar 2012

Voice Dialogue Newsletter Januar 2012

Liebe Voice Dialogue Freunde,

In den grauen und nebligen Januartagen ist es auf meinen Wanderungen wenn ich durch den Wald laufe, als wären unsere inneren Prozesse und Anliegen in wattigen Nebel gepackt, in dem sie nun ruhen  um bis zum kommenden Frühling Kräfte zu sammeln, die dann leuchtend und klar sich zur Sonne hin zu strecken.

In wenigen Tagen erreiche ich meinen 40.Geburtstag was ich zum Anlass nehmen möchte,

diesem Newsletter heute eine ganz persönliche Note zu geben.

Ein grosses Wunder, was mich mein ganzes Leben schon begleitet ist die Kraft, die uns Menschen in unserem Denken und Fühlen gegeben ist, etwas Neues und noch Unbekanntes zu manifestieren. Als ich gestern mit meinem lieben Freund Klaus Wolff über einen herausragenden indischen Lehrer sprach, fragte mich Klaus; „Wer ist er eigentlich- dieser Mann“? Ich nahm diesen Gedanken in meinen Schlaf und würde heute Morgen antworten; Er ist der, der das Beste aus dem Stoff des Menschseins gemacht hat, der sichtbar werden lässt, wie Mensch auf diesem Planeten Erde in vollkommener Harmonie und Schönheit aussehen und wirken kann. Als hätte er das Beste aus Allem, was uns zur Verfügung steht alchemistisch filtriert und es dann in ein neues Menschheits-Bild hineingeformt. Dazu gehört die Schönheit der Erde, die sich in seinem Gesicht, seiner strahlenden Liebe und seiner Freude im tiefe Einsseins mit der Natur wiederspiegelt.

Dabei erinnerte ich mich an die vielen Momente, wo ich Klienten, Kollegen/innen oder Seminarteilnehmern gesagt habe; Jetzt müssten wir ein Foto machen, denn unfassbar, wie sich in oft nur einer Stunde, einem Tag oder einer Woche durch die Prozesse am eigenen Körper, Geist und Seele ein vollkommen neuer Mensch abbildete. Diese Fähigkeit, dass wir uns tatsächlich verändern verwandeln- und steigern können, zum Wohle aller Wesen, berührt mich enorm. Es ist das Schönste, was es in meiner Erfahrung an Menschsein mit sich bringt.

Wir können uns gestalten und wir können es gestalten; unsere Lebensumstände, unsere Partnerschaften, unsere eigene Defintion von Mann- und Frausein, unsere antrainierten Muskeln und Gedankenabläufe; wir haben eine wirkliche Freiheit, das Menschsein zu be-greifen.

Wenn ich auf die 40 Jahre meines Lebens zurückblicke erinnere ich mich gut an Schwellenerlebnisse, wo ich immer wieder, schon als Kind, mit absoluter Dringlichkeit spürte: „Jetzt musst du sofort handeln“. Handeln, damit das Nächste passiert, was geschehen wollte. Etwas schwang im Raum, eine Möglichkeit nur, eine Idee- oder ein Traum, noch ganz vage und ungeformt…und ich konnte beobachten, wie sich diese Form entweder ganz langsam wie Wolkengebilde wieder aufzulösen begann, oder wie sie sich verdichtete und plastisch wurde, in dem ich der noch fast nebelhaften Gestalt eines Gedankens oder einer Idee versuchte Form zu geben.

Als Jugendliche empfand ich mich als Hüterin dieser Gebilde. Oft verbrachte ich viele Stunden im stillen Lauschen, – besonders gut gelang mir das immer auf langen Reisen, im Zug, in anderen Ländern, in der Nacht und im Wald. Bis zu einem Punkt; und dann hatte ich das Gebilde lange genug gehütet, dass es- bevor ich es versah- Realität geworden war.

Aus einem Gedanken wurde Form. Was für ein Wunder. Ich empfinde es als eine grosse Gnade, dass meine Eltern diesem traumtanzende Wirken in mir tatsächlich unterstützend Raum gaben, ohne es in Frage zu stellen. Was für ein Geschenk.

So woben sich durch die 40 Jahre meines Lebens Gedankenform um Gedankenform hin zu neuen Wegen, neuen Orten und Visionen und manchmal bedarf es einer unermesslichen Geduld, bis sich ein nächstes Bild, eine nächste Form in aller Ruhe zeigen will. Dann aber, blitzschnell zu handeln- und dem Augenblick nicht zu verpassen, es in die Form zu giessen, lässt mich manchmal vermeintlich „impulsiv- oder radikal“ handeln. Die lange innere Reifezeit bevor es zu dieser Handlung kam- kann man nur Ahnen.

So blicke ich heute auf ein Wunder von Leben, in dem sich so vieles manifestieren durfte, von dem der herkömmliche gewohnheitsbedingte Lauf keine Vorstellung hätte haben können. Manchmal scheint es mir deshalb so, als wären in meinem Leben nicht als Eines, sondern als viele Leben verpackt, die alle parallel oder zumindest über das Sprengen gewisser zeitlicher Gesetzmässigkeiten hinaus eine unfassbare Fülle von Möglichkeiten gebracht haben.

Und ich kann, an dieser Stelle nur dankbar sein.

Dankbar, dass ich durch den Stoff meines Seins hindurch immer neu erleben darf,

wie wunder, wirklich- wundergefüllt dieses Leben ist.

Ich liebe es so sehr. Die Vorstellung, eines Tages nicht mehr in dem Prozess dieses schöpferischen Spiels in einer konkreten  und variablen Form beteiligt zu sein erfüllt mich mit grösstem Schmerz. Merkwürdigerweise ist es gerade dieser Schmerz, der so viele Menschen daran hindert, in aller Tiefe in die Manifestation von Leben einzutauchen. Es ist beides in einem Augenblick: Absolute Freiheit und totale Gebundenheit in der Form, welche so tiefe Freude schafft- und gleichzeitig niemals bleibt, sich stetig wandelt- immer wieder Tod bedeutet. Immer neues Leben.

In Dankbarkeit und Verbundenheit für Wegstrecken, die wir gemeinsam gebildet, entworfen

und vielleicht auch verworfen haben- in Liebe zu den Menschen, die im Kreise eines neuen Menschenbildes sich die Hände reichen und den Mut und das Vertrauen haben, dass es wirklich möglich ist: Erst wenn ich Lichtes denke, wird die Erde ein Stern! Erst wenn die Erde ein Stern ist, Bin Ich wahrhaftig Mensch.

In Liebe,

Cordula

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