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Konstruierte Wirklichkeiten / Kenneth Gergen

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“Generative ideas emerge from joint thinking, from significant conversations, and from sustained, shared struggles to achieve new insights by partners in thought.” 
― Kenneth J. GergenRelational Being: Beyond Self and Communit

Loc. 744-47
The world is awash in conflict between those clinging to tradition versus those careening toward the new. Yet, if there is no intelligibility outside constraint, how are we to account for change? The major answer lies in our movement from one relational context to another. As we move from the home, to the office, to a visit with friends, to the sports field, and so on we carry with us patterns of speaking and acting. These practices are now inserted into the new contexts, and supplemented in new ways. The words and actions now acquire different functions. They become increasingly meaning/full.

 

Loc. 764-65
Let’s return to the construction of the self. Through co-action we come into being as individual identities, but the process remains forever incomplete. At any moment there are multiple options, and self-identity remains in motion. –  aus Kenneth Gergen – On Relational Being

 

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“ Dem entsprechend beschreibt uns Gergen eine Entwicklung,in der sich das modernistische Konzept des Kernselbst langsam aufzulösen scheint (vgl. 1996, Kap. 6). Mit den stabilen Beziehungen zwischen denMenschen der modernen Gesellschaft und ihrem einheitlichen Bedeutungszentrum verabschiedet sich nach Gergen nämlich auch die Idee einer stabilen und klar definierten Identität, die Erwartungen und Verhaltensmuster sicher vorhersehbar gemacht hatte.

Während die modernen Menschen in relativ stabilen, dauerhaften und einheitlichen Beziehungen lebten, werden sie in der postmodernen Gesellschaft immer mehr durch eine Vielheit von nicht homogenen Beziehungen geprägt. Diese Beziehungen setzen sich als widersprüchliche Erfahrungen, Bedeutungen, Werte und Erwartungen in den Individuen und deren Selbst fest und bevölkern sie so. Diese >soziale Sättigung< führt zur >Multiphrenie<, das heißt zu inneren Konflikten, die man schließlich nur mehr aushalten kann, wenn man sich vom Konzept des Selbst als wahren und authentischen Kern verabschiedet. Erst wenn man mit fortschreitender Sättigung erkennt, dass es außerhalb der verschiedenen Perspektiven keine Wahrheit gibt, kann man schließlich akzeptieren, dass es außerhalb des Kontextes auch kein Selbst mehr gibt.

Ohne einen wahren und identifizierbaren Kern kann man das Selbstkonzept ganz durch eine Wirklichkeit der Bezogenheit ersetzen. Mit der Idee eines so entstehenden >Beziehungs-Selbst< weicht der Sinn für individuelle Autonomie dem Bewusstsein, ein Teilnehmer an sozialen Prozessen zu sein: »[Els ist uns erlaubt, eine bestimmte Person zu sein, weil diese Art von Person für die Spiele der Gesellschaft im weiteren Sinn wichtig ist«

(ebd., S.256). Es wird akzeptiert, dass das Selbst keine (objektive) Substanz hat und sich nur in den Beziehungen konstituiert; die Selbst-Konstruktion wird zu einem von außen (in Beziehungen) suggerierten Mittel für den sozialen Erfolg. Somit kann man sich vom Konzept eines persönlichen Wesens (selbstbestimmt und verantwortungsvoll) verabschieden und den Ausgangspunkt für Bedeutungen und Handlungen in den Bereich der Kommunikation des Alltags verlegen. Die Grenzen zwischen wahrem und präsentiertem Selbst, zwischen Wesen und Auftreten verschwinden.

»Das Selbst als Besitzer wahrer und identifizierbarer Charakteristika – wie Rationalität, Gefühl, Inspiration und Willen – ist demontiert« (ebd., S. 30).

 

Die Identifizierbarkeit des Selbst wird durch einen Wettstreit von Stimmen ersetzt. Mit dem postmodernen Bewusstsein, dass die Dinge, von denen wir sprechen, immer weniger als in der Welt gegeben angesehen werden können, sondern viel mehr das Produkte bestimmter Perspektiven sind, hören auch Gefühle und Verstand auf, Wesensbereiche von Personen zu sein. Auch das Selbst wird als ein laufend veränderbares Konstrukt erkannt, das von der jeweiligen sozialen Situation abhängt, innerhalb derer es definiert wird.“- Matthias Michaeler

 

 

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Kenneth Gergen, for those unfamiliar with his work, is an important theorist in the realm of cultural and interpersonal psychology (and another of the important people neglected in most models of integral psychology).

He has been foundational in both social psychology and constructivist psychology. While many psychologists have found his perspectives extreme (and they are, in some respects), his contribution to the whole field of postmodern psychology has been immense (especially in the development of „the narrative turn“ in modern therapies).

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