• "..Das Offen-Sein für jede neue Erkenntnis,
    für jedes neue Erlebnis,im Außen und Innen,
    das ist das Wesenhafte des modernen Menschen,
    der in aller Angst des Loslassens, noch die Gnade des Gehaltenseins, im Offenbarwerden neuer Möglichkeiten zulässt. Pablo Picasso

    Ich freue mich in diesem Sinne, ein Stück Weg mit Ihnen zu gehen...

    von Herzen,

    Cordula Mears-Frei

Newsletter Januar 2012

Voice Dialogue Newsletter Januar 2012

Liebe Voice Dialogue Freunde,

In den grauen und nebligen Januartagen ist es auf meinen Wanderungen wenn ich durch den Wald laufe, als wären unsere inneren Prozesse und Anliegen in wattigen Nebel gepackt, in dem sie nun ruhen  um bis zum kommenden Frühling Kräfte zu sammeln, die dann leuchtend und klar sich zur Sonne hin zu strecken.

In wenigen Tagen erreiche ich meinen 40.Geburtstag was ich zum Anlass nehmen möchte,

diesem Newsletter heute eine ganz persönliche Note zu geben.

Ein grosses Wunder, was mich mein ganzes Leben schon begleitet ist die Kraft, die uns Menschen in unserem Denken und Fühlen gegeben ist, etwas Neues und noch Unbekanntes zu manifestieren. Als ich gestern mit meinem lieben Freund Klaus Wolff über einen herausragenden indischen Lehrer sprach, fragte mich Klaus; „Wer ist er eigentlich- dieser Mann“? Ich nahm diesen Gedanken in meinen Schlaf und würde heute Morgen antworten; Er ist der, der das Beste aus dem Stoff des Menschseins gemacht hat, der sichtbar werden lässt, wie Mensch auf diesem Planeten Erde in vollkommener Harmonie und Schönheit aussehen und wirken kann. Als hätte er das Beste aus Allem, was uns zur Verfügung steht alchemistisch filtriert und es dann in ein neues Menschheits-Bild hineingeformt. Dazu gehört die Schönheit der Erde, die sich in seinem Gesicht, seiner strahlenden Liebe und seiner Freude im tiefe Einsseins mit der Natur wiederspiegelt.

Dabei erinnerte ich mich an die vielen Momente, wo ich Klienten, Kollegen/innen oder Seminarteilnehmern gesagt habe; Jetzt müssten wir ein Foto machen, denn unfassbar, wie sich in oft nur einer Stunde, einem Tag oder einer Woche durch die Prozesse am eigenen Körper, Geist und Seele ein vollkommen neuer Mensch abbildete. Diese Fähigkeit, dass wir uns tatsächlich verändern verwandeln- und steigern können, zum Wohle aller Wesen, berührt mich enorm. Es ist das Schönste, was es in meiner Erfahrung an Menschsein mit sich bringt.

Wir können uns gestalten und wir können es gestalten; unsere Lebensumstände, unsere Partnerschaften, unsere eigene Defintion von Mann- und Frausein, unsere antrainierten Muskeln und Gedankenabläufe; wir haben eine wirkliche Freiheit, das Menschsein zu be-greifen.

Wenn ich auf die 40 Jahre meines Lebens zurückblicke erinnere ich mich gut an Schwellenerlebnisse, wo ich immer wieder, schon als Kind, mit absoluter Dringlichkeit spürte: „Jetzt musst du sofort handeln“. Handeln, damit das Nächste passiert, was geschehen wollte. Etwas schwang im Raum, eine Möglichkeit nur, eine Idee- oder ein Traum, noch ganz vage und ungeformt…und ich konnte beobachten, wie sich diese Form entweder ganz langsam wie Wolkengebilde wieder aufzulösen begann, oder wie sie sich verdichtete und plastisch wurde, in dem ich der noch fast nebelhaften Gestalt eines Gedankens oder einer Idee versuchte Form zu geben.

Als Jugendliche empfand ich mich als Hüterin dieser Gebilde. Oft verbrachte ich viele Stunden im stillen Lauschen, – besonders gut gelang mir das immer auf langen Reisen, im Zug, in anderen Ländern, in der Nacht und im Wald. Bis zu einem Punkt; und dann hatte ich das Gebilde lange genug gehütet, dass es- bevor ich es versah- Realität geworden war.

Aus einem Gedanken wurde Form. Was für ein Wunder. Ich empfinde es als eine grosse Gnade, dass meine Eltern diesem traumtanzende Wirken in mir tatsächlich unterstützend Raum gaben, ohne es in Frage zu stellen. Was für ein Geschenk.

So woben sich durch die 40 Jahre meines Lebens Gedankenform um Gedankenform hin zu neuen Wegen, neuen Orten und Visionen und manchmal bedarf es einer unermesslichen Geduld, bis sich ein nächstes Bild, eine nächste Form in aller Ruhe zeigen will. Dann aber, blitzschnell zu handeln- und dem Augenblick nicht zu verpassen, es in die Form zu giessen, lässt mich manchmal vermeintlich „impulsiv- oder radikal“ handeln. Die lange innere Reifezeit bevor es zu dieser Handlung kam- kann man nur Ahnen.

So blicke ich heute auf ein Wunder von Leben, in dem sich so vieles manifestieren durfte, von dem der herkömmliche gewohnheitsbedingte Lauf keine Vorstellung hätte haben können. Manchmal scheint es mir deshalb so, als wären in meinem Leben nicht als Eines, sondern als viele Leben verpackt, die alle parallel oder zumindest über das Sprengen gewisser zeitlicher Gesetzmässigkeiten hinaus eine unfassbare Fülle von Möglichkeiten gebracht haben.

Und ich kann, an dieser Stelle nur dankbar sein.

Dankbar, dass ich durch den Stoff meines Seins hindurch immer neu erleben darf,

wie wunder, wirklich- wundergefüllt dieses Leben ist.

Ich liebe es so sehr. Die Vorstellung, eines Tages nicht mehr in dem Prozess dieses schöpferischen Spiels in einer konkreten  und variablen Form beteiligt zu sein erfüllt mich mit grösstem Schmerz. Merkwürdigerweise ist es gerade dieser Schmerz, der so viele Menschen daran hindert, in aller Tiefe in die Manifestation von Leben einzutauchen. Es ist beides in einem Augenblick: Absolute Freiheit und totale Gebundenheit in der Form, welche so tiefe Freude schafft- und gleichzeitig niemals bleibt, sich stetig wandelt- immer wieder Tod bedeutet. Immer neues Leben.

In Dankbarkeit und Verbundenheit für Wegstrecken, die wir gemeinsam gebildet, entworfen

und vielleicht auch verworfen haben- in Liebe zu den Menschen, die im Kreise eines neuen Menschenbildes sich die Hände reichen und den Mut und das Vertrauen haben, dass es wirklich möglich ist: Erst wenn ich Lichtes denke, wird die Erde ein Stern! Erst wenn die Erde ein Stern ist, Bin Ich wahrhaftig Mensch.

In Liebe,

Cordula

Veröffentlicht in Evolution des Menschseins | Kommentare geschlossen

Voice Dialogue Weihnachten 2011

Voice Dialogue Weihnachten 2011

„ Erst wenn ich LICHTES denke, wird die Erde ein Stern.

Erst wenn die Erde ein Stern ist, Bin Ich wahrhaftig Mensch!“

(Rudolf Steiner)

Liebe Freunde, liebe Voice Dialogue Interessierte,

An einem trüben Dezember Tag,  trafen wir uns letztes Wochenende, um unser menschliches Licht durch Seelenmantren von Rudolf Steiner und Bewegungsimpulse mit Adrian Wagner bewusst und willensstark leuchten zu lassen. Dabei ging es weniger um jenes, was wir tun müssen, um im Licht zu erwachen, als um die Erforschung von Aspekten, die uns daran hindern, unser Ich im Licht des Geistes tatkräftig und in Ruhe zum Ausdruck zu bringen.

So wünsche ich uns Allen, in den letzten dunklen Tagen dieses Jahres, das innere Licht zu fühlen und es im Großen “Wir” einer Menschheit – an der Schwelle- zum Leuchten zu bringen.

Mögen die wenigen Tage und Nächte, die uns noch von Weihnachten trennen, intensiv und deutlich spürbar werden lassen, wie sehr wir uns an äußeren Gewohnheiten und Einflüssen zu orientieren gewohnt sind, statt von Innen heraus gestaltend in unser Denken und Fühlen einzugreifen.

Im Rückblick auf ein ereignisreiches Jahr freue ich mich besonders, unsere junge Initiative von KarmaYouthProjekt wachsen und gedeihen zu sehen. Fraglos haben ich und alle Mentoren, welche diese jungen Menschen begleiten, ihnen unser Herz geschenkt. Ihr Mut, etwas dazu beizutragen, diese Erde zu einem leuchtenden Stern zu verwandeln, ist enorm. Auch die Hindernisse und auch finanziellen Schwierigkeiten sind enorm. Wir freuen uns deshalb um jede Unterstützung oder Sponsoring für unsere jungen Menschen, dass ihre Visionen und Initative fruchtbar werden möge.

In den Worten von Kaspar Heer, einem der jungen Mitinitiatoren von Karma Youth möchte ich die grundlegende Vision davon gerne weiter geben; Jeder Ort, an dem wir sind, an dem wir zusammenkommen, an dem wir etwas gemeinsames veranstalten, sollte nachdem wir dort gewesen sind, ein besserer Ort sein.

Nicht nur weil KarmaYouth meditiert, achtungsvoll miteinander umgeht und bewusst gestaltet, sondern vor allem ganz konkret; weil tatkräftige Hände und liebende  und wache Herzen sich nicht nur miteinander, sondern auch für die Erde verbinden.

Im April trifft sich KarmaYouth zum Projekt Mentoren Training und Kennen lernen auf Hof Zahrte in Schopfheim, an der Sommerakademie 2012 wird die Gruppe maßgeblich unser Zusammenkommen in Bewegung bringen. Junge interessierte Menschen können laufend hinzukommen, Infos dazu bitte direkt bei Boris Djuric oder Adrian Wagner anfragen:

ichbin3@yahoo.de oder  adrian.wagner@lebensfieber.de

Auch bei unserer Reise nach Kroatien „Im Dialog mit Delphinen“, wird Karma Youth mit einer Gruppe von Jugendlichen mit dabei sein. Danke Hilmar Kohler für die Organisation!

Unsere Sommerakademie 2012 haben wir in Sorge um die Finanzkraft unserer vielen Teilnehmer um 2 Tage gekürzt. Die Rückmeldungen zeigten, dass Familien, wie auch die vielen Menschen im Umbruch die hohen Kosten im Schweizer Währungskurs für VP/ und Hotel nicht für 10 Tage tragen können. Somit haben wir auf die Mitwirkung von Robin Becker (Kontinuum) verzichtet und bieten stattdessen ein komprimiertes und intensives 6 Tages-Programm vom 10.-17.8. 2012 an. Wir bitten alle aktuellen Voice Dialogue Interessenten, die an einer Fort- oder Ausbildung in Voice Dialogue interessiert sind, dieses Angebot wahrzunehmen. Mit John Kent (VD England), Chris Nunan (Vd Dänemark) und unserem großen Team der führenden deutschsprachigen VD-Senior Lehrern bietet diese Woche eine einmalige Möglichkeit, die Arbeit kennen- und schätzen zu lernen, oder neue Impulse und Vertiefungen wahrzunehmen.

In Schopfheim bietet neu Hilmar Kohler in meiner Praxis VD-Sitzungen an, die ich sehr gerne empfehlen möchte. Bei Interesse bitten wir um direkte Terminabsprache mit H.Kohler:

h-u-kohler@gmx.de

Wer jetzt noch nach einem Weihnachtsgeschenk in letzter Minute sucht, dem mag ich gerne mein Buch „Alchemie der Seele“ nahe legen, welches sich so oft verkauft hat, dass wir 2012 in Neuauflage gehen werden. Viele Menschen schildern, wie innig der innere Weg, von Rudolf Steiner vorgegeben, ihnen durch dieses Buch viele Krisen und Fragen beantwortet und zum treuen und stillen Wegbereiter im Transformationsprozess des „Erwachens“ wurde.

So schließe ich den heutigen Rundbrief mit dem Segen und meinen lichtesten Herzensgedanken (in den Worten Rudolf Steiners) für all jene, die auf einem Weg mit uns über schmale Stege und enge Klippen gingen- welche das Vertrauen nicht mangeln und die bedingungslose Freiheit in der Verbundenheit im neuen WIR nicht scheuen- Danke für euer, für dein Vertrauen!

…ich versenke mich in die tiefsten Seelenkräfte in mir,

Da lebe ich fühlend in dem Ewigen meiner Seele.

Wie der Punkt ohne Ausdehnung in dem Kreise,

So ist die ewige Seele ohne leibliches Wesen in mir.

Mit diesem leiblosen ewigen Wesen gedenke ich

Helfend im Geist—

Die Kraft Du selbst zu sein, erstarke in Dir

Das Licht, das in deinem Inneren leuchtet, belebe sich in dir.

Die Seelenwärme, die aus deinem eigenen Geiste strahlt,

durchwärme dich.-

Frohe und Lichte Weihnachten!

Veröffentlicht in Evolution des Menschseins | Kommentare geschlossen

Das Haus der Stille

Ort des Rückzugs, der Stille und des Geborgenseins

In Dankbarkeit öffne ich mein Haus für Menschen, welche für begrenzte Zeit einen Ort des  Rückzugs suchen, einen Ort der inneren Stille, einen Ort des Geborgenseins, um in und mit sich zu sein, zu trauern, zu weinen, zu heilen, zu ruhen, zu schlafen und die Freude in sich zu finden. Möge dieses Haus ein Ort der Heilung und Transformation sein zum Wohle aller Wesen.

Das Haus steht mitten in der Lebendigkeit eines kleinen Dorfes. Während dreissig Jahren haben die beiden Hausteile des ehemaligen Bauernhauses zwei Familien  beherbergt. In unserem Hausteil lebe ich nun mehrheitlich alleine in den vielen schönen Räumen und in der inneren Stille dieses Ortes. Ich freue mich, einmal mehr dieses Haus anderen Menschen zur Verfügung zu stellen.

Ich bin Mutter von vier erwachsenen Kindern und Grossmutter. Lange habe ich darum gebeten, dass mir meine nächste Aufgabe gezeigt wird. Ganz allmählich wurde es immer klarer, dass ich in diesem Haus bleiben soll, um es für andere Menschen zu öffnen und so ein Gefäss zu schaffen, in welchem Heilung und Transformation geschehen kann. Im Vertrauen auf das, was mich seit vielen Jahren führt, habe ich ja gesagt.

Christina Jeker

Kontakt:

email      christinajeker@gmx.ch

Telefon   0041 61 731 33 89

Veröffentlicht in Evolution des Menschseins | Kommentare geschlossen

Das dreifache Erwachen und der ethische Imperativ

Anthroposophie als schöpferischer Zukunfts-Impuls

Cordula: Sebastian, wenn wir im anthroposophischen Kontext von „Erwachen“ sprechen, was meinen wir damit?

Sebastian: Erwachen in der Anthroposophie ist ein Erwachen zum Schöpfungswillen.

Cordula: Die menschliche Psyche besteht, nach den Psychologen Hal und Sidra Stone und natürlich auch nach C.G. Jung, aus einer Vielfalt von inneren, wie auch von außen wirksamen Energiekomplexen, welche die Stones als Teilselbste oder Wesensanteile benannten.  In der anthroposophischen Lebenskunde finden wir den Begriff der „Wesenheiten“ wieder….

Sebastian: …und in den religiösen Traditionen sind diese Stimmen des Bewussteins wunderschöne oder auch Furcht erregende Götter…

Cordula: …ja. Wie die Götter sind diese „Teilselbste“ autonom und oft gegensätzlich. Sie übernehmen das Ruder unserer Psyche. Entsprechend unseres persönlichen Wertsystems fühlen, handeln und treffen sie Entscheidungen. Für die meisten Menschen ist dies der gewohnte Lebenszustand und entspricht unserem Alltags- Ich, dem Ego. Die Stones entwickelten als psycho-spirituelle Lehrer die Technik des  Voice-Dialog, welche es möglich macht, diese Teilaspekte direkt anzusprechen und durch Energieresonanz im physischen Raum sicht- und hörbar  werden zu lassen. Somit wird ihre Botschaft und Prägung in aller Klarheit für uns erfahrbar. Wir schaffen mit dieser Erfahrung eine innere Distanz, welche Raum zur Reflektion ermöglicht. Diesen Aspekt würde ich als spirituelle Lehrerin mit einem ersten Ausdruck von „Erwachen“ bezeichnen, welcher auch  traditionsübergreifend Gültigkeit haben kann und sicher auch in der Anthroposophie einen zentralen Stellenwert hat. In anderen spirituellen Ausrichtungen spricht man dabei auch von Consioussness: umfassendes Bewusstsein, für die eigenen verdrängten Anteile und gleichzeitig jenes, welches darüber hinaus gehen kann. Dies beinhaltet der Status des stillen Zeugens, sowie auch der introspektriven Dimension der Erlösung von eigenen Persönlichkeitsanteilen. Erwachen bedeutet ja nicht, zugleich, dass wir deshalb bessere oder ethisch weiter entwickelte Menschen wären, sondern lediglich, dass ein Licht aus einer höheren Bewusstseinsstufe mich in einer transzendierenden Art und Weise berührt hat, sowie es z.B. der Guru mit seinem schüler vollzieht. Aber werden wir deshalb schon bessere Menschen- für eine bessere Welt?

Sebastian: In der Anthroposophie finden wir etwas ganz ähnliches. Was Du als Teilselbste beschreibst,  machte Steiner in den Mysteriendramen sichtbar. Es ging Steiner nie allein um „das Böse“, sondern immer auch darum, dass dies innere Kräfte sind, die wir als Menschen nutzen können. Es sind Kräfte in unserer Persönlichkeit – und sie gehören nicht ausgetrieben, sondern verwandelt, durch das Licht des Bewusstseins und die Wärme der Liebe, in jedem Individuum .

Cordula: In den Seminaren, die wir anbieten, gehen wir deshalb direkt und ohne Umschweife auf die persönlichen Fragen, auf Unklarheiten oder Knoten im Einzelnen zu. Wir halten dabei aber immer gleichzeitig den Raum geöffnet, der jenseits des Individuellen eine Entwicklung über die eigenen Gefühle, Meinungen und Gedanken hinaus möglich macht.

Wenn das Individuum an dieser Stelle aus seinem eigenen psychologisierten Innenraum heraus tritt, um mit einem Mitmenschen, oder aber der Natur, oft zum ersten Mal, einen Kontakt aus echtem Interesse am Anderen herzustellen, erlebe ich oft die Qualität des zweiten Erwachens.

Sebastian: Erwachen für den einen und ungeteilten Geist, das ist bei Rudolf Steiner immer ein Erwachen am und durch den anderen Menschen. Erwachen alleine für sich hat da gar keinen Wert. Erwachen ist immer auch ein Sakrament der Begegnung. Im Erwachen ist der Andere dann nicht getrennt und nichts anderes mehr. Er ist Ich.

Cordula: Das ist ein tief berührender Augenblick, weil er Ausdruck der zutiefst grundlegenden Verbundenheit und Nicht-Getrenntheit aller Wesen und alles Lebens ist. Ich glaube, dass dieser Aspekt uns innerhalb der Anthroposophie ganz stark gegenüber  anderen spirituellen Strömungen unterscheidet.

Sebastian: Ja. Als Anthroposoph berühre ich das göttliche Antlitz auch in der traditionellen Hinwendung zu einem unsichtbaren, geistigen Wesen. Aber am meisten bin ich da Anthroposoph, wo ich den Gottesdienst als Erdendienst erlebe. Als Menschenweihehandlung. In diesem Sinne versteht Steiner übrigens auch Reinkarnation: Eine andauernde und nie endende Liebeserklärung des einen und ungetrennten Geistes an die Erde – geboren in zahllosen einzigartigen Menschen. Jede Geburt eines Menschen, ist ein „Ja“ auf die Frage der Erde: „Liebst Du mich“.

Cordula: Die Haltung „Für diese Erde“ umfasst meine Person und geht gleichzeitig über sie hinaus.  Damit treffen wir wieder auf einen zutiefst anthroposophischen Impuls, indem wir eine subjektive Bezogenheit innerhalb unserer Persönlichkeit in einen Gesamtprozess jenseits der seelischen Komponenten stellen, dann aber, über unsere individuelle Ich-Kraft, dies dem Wohl einer Gemeinschaft, einer Ehe oder einer Partnerschaft zugute kommen lassen.

Sebastian: Oder um es mit Steiner zu sagen: „In einem sozialen Zusammenleben muss der Antrieb zur Arbeit niemals in der eigenen Persönlichkeit des Menschen liegen, sondern einzig und allein in der Hingabe für das Ganze. Wirklicher sozialer Fortschritt ist nur möglich, wenn ich dasjenige, was ich erarbeite, im Dienste der Gesamtheit tue, und wenn die Gesamtheit mir selbst dasjenige wiedergibt, was ich nötig habe.“

Cordula: In den Gruppenprozessen in unserer Arbeit erfährt der Teilnehmer etwas, was über seine persönliche Geschichte und Egoperspektive hinausgeht – und doch mit ihm zu tun hat. Indem man sich stellvertretend und auch neu repräsentierend in ein globales Feld hineinstellt, erwachen neue Perspektiven der Versöhnung, der Klärung und Begegnung, welche den Raum meiner nur individuellen Wahrnehmungen überschreitet. Man könnte das auch mit dem ethischen Imperativ beschreiben: Erwachen für sich selbst, hat immer noch eine starke Egobezogenheit. Wie ich mich für dieses Erwachen aber zur Verfügung stelle- und wie weit ich bereit bin, dafür, an meiner Persönlichkeit und an meinen festgefahrenen einschränkenden Tendenzen zu arbeiten, entscheidet, in wie fern mein erstes Erwachen überhaupt einen Sinn erfährt für die Welt.

Somit ist die Gruppe selbst sozusagen schon das Gefäß, welches den Egoaspekt sprengt. Ein Mensch, der sich an dieser Stelle nicht in einen Wir- Prozess hineinstellen kann, wird die Gruppe oder die Gemeinschaft längerfristig verlassen.  Die Gruppe selbst als lebendiges Gebilde weist stark auf diesen Trieb der Absonderung und inneren Verhärtung hin. Das kann schmerzvoll sein.

Sebastian: Es kann sehr schmerzhaft sein, wenn man feststellt, das meine eigene hoch gezüchtete individuelle Geschichte gar nicht so individuell ist – und es kann gleichzeitig heilsam sein, wenn ich erlebe, dass mein innerster Schmerz, der mich nachts um halb drei überfallt, auch andere Menschen überfällt.

Cordula: Wir laden dazu ein, bedingungslos und jenseits der persönlichen Geschichte zu fühlen, wie der Mensch willentlich und gleichzeitig empfangend in sich selbst das Potential der Schöpfungsgeschichte erfahrbaren  kann. Dies beinhaltet den dritten Augenblick  des Erwachens, wo wir uns fragen, ob und wie wir dem Evolutionsimpuls selbst dienen wollen – ob wir den universellen Schöpfungswillen als unseren eigensten Impuls fühlen können und unser bewusstes Ich dieser Kraft zur Verfügung stellen wollen. Ich möchte an dieser Stelle den Aspekt des Willens betonen.

Sebastian: …dieses „göttliche Walten in allem was ist: Im Weltenall, im Seelengrund,“ wie ich in der Waldorfschule lernen durfte.

Cordula: In direkten Erfahrungsräumen  begegnen wir uns dabei in einer Intimität und Tiefe, wo neben Phasen der Stille und Meditation individuelle Konzepte einer in sich begrenzten Persönlichkeit mit sofortiger Wirkung gesprengt werden und ein neuer Wille zur ganz konkreten nächsten Handlung – als Urimpuls der Liebe –  fühlbar wird.

Sebastian: Und in der anthroposophischen Meditation erfahren wir die Ungetrenntheit von diesem Schöpfungswillen. Wir dienen nämlich im höchsten Sinne uns selbst! Dem, was Steiner das Urselbst nennt: „Urselbst, von dem alles ausgegangen, Urselbst, zu dem alles zurückgekehrt, Urselbst, das in mir lebt. Zu Dir strebe ich hin.“

Cordula: Wir fragen dabei als tiefste anthroposophische Bewusstseinsfrage: Wie kannst Du, mit deiner ganzen persönlichen Eigenart, dem Impuls des sich fortwährend in Entwicklung befindenden Universums hineinstellen, anstatt Dich in einem engen Käfig von Selbst-Projektion in dem Gefallen Deines Egos festzuhalten, welches jede Öffnung und Weiterentwicklung scheut? Ganz aktuell dürfen wir dann im Grunde auch nicht mehr danach fragen, zum Urselbst hinzustreben, sondern selbst zum Impuls zu werden, welcher das Urselbst handlungsfähig in die Welt, in die Zukunft hinein verkörpert.

Sebastian: Das ist die Stelle, wo das Buch „Wie erlangt man Erkenntnisse höherer Welten“ endet. Es ist der Schritt über die Schwelle. Ich werde da die Frage beantworten müssen: „Bist Du bereit die Verantwortung für all Dein Tun, Denken und Fühlen selbst zu übernehmen?“

Cordula: Vollumfänglich, als wärst du der Schöpfer selbst, der mit jedem Gedanken und Fühlen und Wollen das manifestiert, was Gott in diesem Augenblick als höchstes Potential innerhalb seines ” Menschgewordenseins” sein kann. An dieser Stelle verwnadelt sich das dritte Erwachen in das, was wir im modernen Kontex “Erleuchtung” nennen würden. Der ethische Imperativ wird in der höchst möglichen Form in der zutiefst menschlichen Möglichkeit verwirklicht. Nicht für unser Ego, sondern weil es der nächste Schritt der Evolution ist.

Sebastian: Dieser Schritt bedeutet, sich immer da zu öffnen, wo man sich normalerweise verschließen würde und dabei absolut wach zu bleiben.

Cordula: An dieser Stelle greifen die alten selbstverdammenden und  einengenden Strukturen am stärksten ein und führen dazu, dass Du dein Leben, Deinen Partner oder auch Deine Lehrer dafür verantwortlich machen möchtest , dass das Versprechen,  das Du selbst Deiner Seele gegeben hast, auch halten muss. Du hast die Vollkommenheit Deiner eigenen Seelennatur für einen Moment gekostet und es liegt jetzt an Dir, an Deinem ganz persönlichen Versprechen an das unsichtbare Gesicht Gottes, dass diese Erfahrung eine tragfähige und beständige Kraft in deinem Leben wird. Es ist Deine Entscheidung. Oder wie der spirituelle Lehrer Andrew Cohen sagt: Die Intensität deiner Sehnsucht nach Erwachen ist die Kraft, welche das Erwachen möglich macht.

Sebastian: Es ist ein Thriller! Niemand anderer wird diesen Schritt für Dich vollziehen, außer  Du selbst. Es ist der Sprung vom Ego in ein bewusstes Ich. Du wirst, wenn Du gesprungen bist, dieselben Gefühle wahrnehmen, ähnlichen Schwierigkeiten begegnen, dieselben Dinge und Menschen lieben – aber alles wird, wenn Du dich wahrhaftig hingegeben hast, eine unterschwellige Strömung haben. Du wirst dabei dein Leben von  der grundlegendsten bis zur bedeutsamsten Ebene fortsetzen. Aber niemals mehr die Verbindung zu der Kraft verlieren, welche nun durch Deine Venen und Träume zieht.

Cordula: Du wirst das Gefäß, durch das sich die unsichtbare kosmische Intelligenz selbst manifestiert. Und manchmal wirst Du es bereuen, dass Du Ja gesagt hast und Dich nach einem Leben zurücksehnen, in dem Du Dich nicht vor Dir selbst für deine Schläfrigkeit und Unachtsamkeit entschuldigen musst. Was sich geändert hat, ist die Tatsache dass Du eines Tages unterscheiden wirst, wem Du dienst.

Zu den Autoren:

Sebastian Gronbach ist Buchautor, Publizist, Redakteur der Zeitschrift info3 –Anthroposophie im Dialog und spiritueller Lehrer und Aktivist. Nach vielen Jahren anthroposophischer Lebenspraxis will der Steiner-Schüler heute ebenfalls die modernen Inspirationen u.a. von Ken Wilber, Andrew Cohen oder David Deida in seine spirituelle Lebenspraxis integrieren. www.sebastian-gronbach.de

Als psycho-spirituelle Lehrerin vermittelt Cordula Mears-Frei die faszinierende Vielfalt der inneren Teilpersönlichkeiten.. Sie ist Autorin des Buchesüber  „Alchemie der Seele“ und freie Autorin.

www.praxis-integrationsarbeit.de

Kommende Seminare:

http://www.praxis-integrationsarbeit.de/jahresprogramm-2012-menschsein-im-wandel/


Veröffentlicht in Evolution des Menschseins | Kommentare geschlossen

Voice Dialogue Düsseldorf

Liebe Voice Dialogue Freunde,

ab Samstag, den 5. November 2011 biete ich eine kontinuierliche Voice Dialogue Übungsgruppe in Düsseldorf an. Sie wird an jedem ersten Samstag eines Monats von 10 bis 18:00 Uhr stattfinden und ist für jeden offen, der einige Einzelsitzungen in der Methode bekommen hat.

Ich habe Voice Dialogue direkt bei den Begründern Drs. Hal und Sidra Stone gelernt und arbeite ganz auf ihrer Linie. Weitere Einflüsse sind Robert Stamboliev sowie Cordula Mears-Frei, mit der ich in tiefer Übereinstimmung gemeinsam im Team seit einigen Jahren Gruppen auf Voice Dialogue Retreats begleite. In Sitzungen folge ich sensibel und spontan den Impulsen, die unmittelbar aus meiner Wahrnehmung des gegenwärtigen Augenblicks entstehen. Dabei orientiere ich mich ausschließlich an dem ganz persönlichen Prozeß der Klienten und nicht an vorgefertigten Schemata. Wahrnehmung aus einem freien, offenen und kreativen Raum und die Fähigkeit, Menschen ebendort hineinzuführen – dies vermittele ich unter anderem in meiner Übungsgruppe.

Weitere Qualifikationen:
Heilpraktiker für Psychotherapie
Yogalehrer
Tägliche Meditationspraxis seit 30 Jahren

Inhalte der Übungsgruppe:
- Austausch von Sitzungen
- Psychologie der Selbste und des Bewußten Ich
- Psychologie der Beziehungen aus Voice Dialogue Sicht
- Grundprinzipien der Voice Dialogue Begleitung
- Schulung der energetischen Wahrnehmung
- Arbeit mit Archetypen und anderen transpersonalen Aspekten
- Träume

Die nächsten Termine:
5.11.2011; 3.12.2011; 7.1.2012; 4.2.2012; 3.3.2011; 7.4.2011

Gerne möchte ich hier auch schon jetzt auf das mit Cordula Mears-Frei gemeinsam geleitete Voice Dialogue Retreat im Südschwarzwald im kommenden April hinweisen. Anmeldungen dazu  nehme ich gerne entgegen.

Ort: Friedrichstr. 108, 40217 Düsseldorf

Kontakt:  Email: thomas.kunzfeld@gmx.net
Tel.:     0211 99543258

Kosten: 80 € pro Termin

Ich bitte um verbindliche Anmeldung und Überweisung der Teilnahmegebühr auf mein Konto:
Thomas Kunzfeld
Postbank Essen
Kontonummer 66409343
Bankleitzahl    360 100 43

Herzlich
Thomas Kunzfeld

Veröffentlicht in Evolution des Menschseins | Kommentare geschlossen

Jahresprogramm 2012 “Menschsein im Wandel”

“Wenn die Herzen beginnen Gedanken zu fühlen”

2012 : Perspektiven zu einem besonderen Jahr

Für dies besondere Jahr möchten wir Sie ganz herzlich zu einer besonderen Reihe von Veranstaltungen einladen, welche an vielen kraftvollen Orten dieser Erde dem Erwachen der Bewusstseinsseele Ausdruck schenken möchte, zum Wohle aller Wesen.

Wir freuen uns, mit Ihnen in Stille und Meditation, Lebendigkeit und Bewegung, Austausch und Nähe- aber auch im Einklang mit der lebendigen Natur, den Tieren, sowie auch unserer Kinder, die Fülle der Welt und die ewig non-duale Stille im Geist zu feiern. Den inneren und äusseren Veränderungen, welche wir in dem Erwachen unserer Herzenskräfte durch Bewusstheit unterworfen sind, begegenen wir mit einer Vielzahl von therapeutisch- spirituellen Methoden, welche alte Muster und körperliche-wie auch psychische Blockaden auflösen können.

Vorausschau auf unsere Angebote:

Neujahrsretreat/Global Meditation worldwide:

Global awakening: Meditation, Einkehr, Begegnung, Kraft der Vision

Mann/Frau sein und Darüberhinaus/ 10-.3.2012 in Berlin

Mit Cordula Mears-Frei und Sebastian Gronbach, Anmeldung und Anfragen bei Guido Berkholz:guido.berkholz@web.de

Kosten: 80.- bis 180.- Euro je nach Pauschale (mit/ohne Essen, Jugendtarif, Partnertarif)

Voice Dialogue Fortbildungs- und Trainingsgruppe/April 13.-15.4. Südschwarzwald/Haus Sonne : (ausgebucht)

Voice Dialogue Intensive all Levels mit Cordula Mears-Frei und Thomas Kunzfeld

Anmeldung: mearsfrei@aol.com

Im Dialog mit Delfinen 29.5.-6.6.2012 in Kroatien

Voice Dialogue, Körper- und feinenergetische Arbeit an Land und im Wasser mit Cordula Mears-Frei, Sonja Beer und staff. Infos und Anmeldung: Hilmar Kohler hilmar.kohler@gmx.de

Menschsein im Wandel- Befreiung, Wachstum und die Liebe zu allen Wesen.

In der Villa Unspunnen/Interlaken 29.6.-1.7..2012

“..Wir hören auf unser Leben hier und da zu beleuchten. Stattdessen stellen wir unser Leben ins Licht. Und wir  beginnen mit Mann und Frau – andere stellen die Wirtschaft, die Ökologie oder die Politik in das Licht und die Wärme des Erwachens. Wir stellen Mann und Frau in dieses Licht. Wir nehmen alle unsere Verstrickungen in die Hand und bringen sie an diesen Ort des Beginns ..”

Mit Cordula Mears-Frei und Sebastian Gronbach, Anmeldung, Information und Kosten: www.villaunspunnen.ch

Pfingstretreat

In Stille und Natur in den Bergen mit geführtem Wandern/Österreich mit Sebastian Gronbach www.sebastiangronbach.de

7.-8.7.2012/ Pferde als Lehrmeister, Hof Zahrte: Präsenz und Authentizität entwickeln im Dialog mit Pferden.

Kosten: 240.- Euro (plus 8.-Euro Essensbeitrag und/oder 30.-Euro Übernachtungspauschale direkt an Hof Zahrte)

Mit Myriam Zahrte, Adrian Wagner (TaiChi) und Cordula Mears-Frei www.hof-zahrte.de

Internationale Sommerakademie “Evolution of Mankind “- Schweibenalp Schweiz vom 10.-16.8. 2012:

Mit   Thomas Kunzfeld, Sonja Beer, Friedemann Wieland u.v. a. Leitung:Cordula Mears-Frei und Sebastian Gronbach

Anmeldung und Information : www.sommerakademie.menschenklang.com

Im Dialog mit Pferden 15-16.9.2012 auf Hof Zahrte www.hof-zahrte.de Mit Cordula Mears-Frei, Myriam Zahrte und Adrian Wagner.

Kosten: 140.- Euro

Herbstakademie Frankfurt 19.-21.10.2012 Mit Enlightend Next , DIAS und www.info3.de

6.-9.9.2012 International Seniors Voice Dialogue Teachers Convergence in Paris

7.-9. Dezember 2012, Villa Unspunnen/Interlaken:

Das Erwachen einer neuen Menschlichkeit; Sein in absoluter Stille und totaler Verbundenheit im Raum der Stille von Annette Kaiser, Villa Unspunnen

Mit Cordula Mears-Frei und Sebastian Gronbach

Bitte beachten Sie für dieses Retreat unsere speziellen Jugendtarife: www.villaunspunnen.ch


Unsere Dozenten und Freunde, welche dieses Jahr begleiten: Sonja Beer, Friedemann Wieland, Ana Barner, Thomas Kunzfeld, Patricia Bailer, Tanja Nie, Klaus Wolff, Sebastian Gronbach, Robin Becker,John Kent, Chris Nunan, Iris Koppelent und ein Team von Herzensschülern, die nach tiefer eigenen Prozesserfahrung begleitend und unterstützend ihre Fähigkeiten und Präsenz weitergeben.

Mein persönlicher tiefster Dank geht an Chris Barrington und Hal und Sidra Stone.

Wir arbeiten mit Werkzeugen aus Spiral Dynamics, Voice Dialogue, integraler Ökologie, anthroposophischer Menschenkunde, Meditation aus verschiedenen Traditionen, Yoga, Tai Chi, Sufi-Healing,  Körper- und Bewegungsarbeit und haben uns zum Ziel gesetzt, aus der Vielfalt dieser Aspekte die darin zugrundeliegende Einheit aller Strömungen in diesem besonderen Jahr erfahrbar zu machen.

Künstlerische Prozesse werden in diesem Jahr als Schwerpunkt durch unsere Kunsttherapeuten und kunstschaffenden Begleiter/innen durchgehen angeboten.

Wir respektieren und verbinden uns dabei grundlegend mit der Lehrer Andrew Cohens und von Ken Wilber, einer lebendigen Anthroposophie, sowie Aspekten aus der Arbeit von David Deida, Diane Richardson und Barry Long. Unsere Veranstaltungsorte haben wir sorgfältig und bewusst als starke Partner im Bewusstseinsprozess ausgewählt und danken hiermit ganz besonders Annette Kaiser, dem Team der Schweibenalp und unseren Organisatoren.

Empfehlen möchte ich auch die wunderbare integrative StimmArbeit von Romeo Alavi Kia , welche auf tiefer Ebene heilend wirkt und der DruYogaWeg mit Klaus Wolff.

In Schopfheim und regionalen Übungsgruppen werden Elemente der Retreats vertieft, fortlaufend in einer verbindlichen Form weiter entwickelt und in einem Fortbildungsmodus auch beruflich interessierten oder tägigen Menschen angeboten.

Weitere Informationen finden Sie fortlaufend unter www.praxis-integrationsarbeit.de

Wenn Sie mitwirken möchten, ihre eigene Arbeit dem Prozess zur Verfügung stellen möchten oder in unserem Organisationsteam mithelfen können, freuen wir uns über eine kurze Anfrage via mearsfrei@aol.com

Veröffentlicht in Evolution des Menschseins, Im Dialog mit Pferden, Mann- / Frausein, Seminare, Voice Dialogue | Getagged , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentare geschlossen

Alchemie der Seele/ Das Bewusste Ich

Das Bewusste Ich

„Er muss sich erheben zu einem rein Menschlichen, das nichts mehr mit seiner besonderen Lage zu tun hat.“ Rudolf Steiner

Erkenntnis ist eine Fähigkeit der Seele und keine Sache des intellektuellen Denkens. Durch die vorangegangenen Übungen stärken wir den inneren Menschen, welcher fortwährend in Entwicklung ist. Dieser innere Mensch gleicht einem Herrscher in uns, der Wesentliches von Unwesentliches zu unterscheiden vermag. Je größer der Kraftaufwand, der nötig ist, sich zu sich selbst in ein neues Verhältnis zu setzen, umso bedeutender auch das, was damit erreicht werden kann. Im Gegensatz zum traditionellen Weg des Buddhismus blicken wir also nicht aus einem formlosen Geist auf die Manifestationen als Maya, den Erscheinungen als Illusion, sondern erarbeiten uns selbstaktiv ein bewusstes Verhältnis, welches in der neuen Selbstverantwortlichkeit wurzelt, dass ich bisher durch automatisiertes Denken das erschaffen habe, was sich mir jetzt zeigt.

Das Ausmaß an innerer Wahrheit und rückhaltsloser Aufrichtigkeit, in der ich mir selbst dabei als Fremder gegenüberstehe, bestimmt die weitere Entwicklungsfähigkeit des inneren höheren Menschen, welcher auch als Buddhanatur bezeichnet werden könnte. Dieser höhere Mensch tritt jetzt  nicht nur in ein Verhältnis zu dem rein Individuell-Persönlichen, sondern schafft Bewusstheit dafür, wie das Individuum in ein evolutionäres, allgemein-menschliches Kollektiv eingebunden ist. Indem der Mensch seine eigenen überpersönlichen Wesensanteile in einem neuen Verhältnis zu sich erlebt, kann er fühlen, wie er einer Welt zugehörig ist, die weit über sein verstandesgemäß geprägtes Selbstverständnis einer abgespaltenen und isolierten Individualität hinauswächst. Unsere herkömmlichen Sinne, mit denen wir bislang uns selbst und die Welt erfahren haben, verwandeln sich zu Instrumenten, welche den lebendigen Geist in allem hören und sehen lernen. Wir können dabei in einem lebendigen Gefühl das lieben lernen, was aus dem Geist, der alles bewegt, zu uns hineinströmt.

Übung:

In einem Augenblick der inneren Ruhe pflege ich die Stille, welche meine Seele empfänglich macht. In dieser Stille unterscheide ich zwischen den fortlaufenden Gedanken und Impulsen, die meinen Innenraum bevölkern und der „Unschuld des Geistes“, die in noch ungeformter Weise spürbar wird. Ich öffne meine inneren Augen und Ohren, die meine Aufmerksamkeit auf eine Ebene des Geistes lenken, die ich in den geformten Bildern meiner Alltagswelt sonst nicht wahrnehme.  Ich spüre dabei, wie meine Gedanken und Gefühle sich in lebendige Wesenheiten verwandeln, die als Licht und Schatten in Erscheinung treten. Ich beobachte die Wirksamkeit und das Wesenhafte dieser Erscheinungen und beobachte weiter, wie sie überall in  der Welt gleichermaßen wirksam werden und sind. Ich erkenne mich wieder in einer Menschheit, die totes Leben aufrechterhält, indem sie sich mit dem identifiziert, was aus seelenlosem Denken manifest wurde als irdische Materie. Ich sehe die Starrheit und Knochenstruktur dieses Denkens und fühle gleichzeitig dahinter die Beweglichkeit und reale Lebendigkeit des reinen Geistes.

Für dieses Bild mag die Vorstellung hilfreich sein, zwischen Erde und Welt gedanklich zu unterscheiden. Wo treffe ich überall auf Qualitäten der lebendigen Erde – wo bin ich gebunden in der Wirksamkeit der geschaffenen Welt? Was ist mein persönliches Verhältnis zu dem einen, was zu dem anderen?

Jetzt wird erfahrbar, dass der moderne Weg geistiger Schulung kein solcher ist, der das Ich in sich verschließen oder für sich entwickeln möchte. In der „Psychologie der Selbste“ wird offenbar, aus welchen inneren Teilaspekten mein Selbst eine selbstbezogene Motivation aufrechterhalten möchte, die bildhaft vielleicht auch einem spirituellen Streben nach Erleuchtung nahe kommen kann, dieses aber immer noch auf der Ebene eines ichbezogenen Interesses versucht. Dieses Streben birgt die Gefahr einer Einseitigkeit in sich, die andere oder mir noch fremde Aspekte des Menschseins ausgrenzen kann.

Auf dem Weg  einer lebendigen Seelenmetamorphose erfährt der Mensch dagegen in der Stille der Meditation, wie alles, was er an sich arbeitet, in einem Zusammenhang steht mit den großen Weltzusammenhängen. Was er arbeitet und leidet, das arbeitet er für einen größeren Zusammenhang als sein eingeschlossenes, verhärtetes Ich.

Mit der Hingabe zur Demut öffne ich meine Seele für Zusammenhänge, die mich in Bezug setzen zu einer ganzen Menschheitsentwicklung. In der willentlichen Arbeit an meinem Seelenraum schaffe ich Organe der Erkenntnis, welche mich die Wirksamkeit des Geistigen hinter der Form in der Materie spüren lassen. In der Liebe zu dem beweglichen und ungeformten Geist entstehen in mir Mut und Liebe zu einer inneren Arbeit, die mein höheres Selbst zum Erwachen bringt. Dieses höhere Selbst, das nun „Bewusste Ich“ wird so Herrscher über die Art und Weise, wie ich äußere Eindrücke und innere Konditioniertheiten auf meine Seele einwirken lasse. In der Wärme meines Herzens verwandle ich mich durch Bewusstseinskraft und durchdringe dadurch auch die Welt und alles, was meine Gedanken und Gefühle erschaffen haben.

Ich nehme mich wahr als formloser Geist und blicke gleichzeitig auf alles, was dieser Geist geschaffen hat.

Bin ich willens, dem zu begegnen, was mich als ewiger, unzerstörbarer Wesenskern führt und nicht durch meine individuelle Geburt und Tod begrenzt sein kann?

Was hindert mich daran, mich in dieser Weise mit der Welt zu verbinden? Welche Gegenkraft möchte mich in Abgrenzung und Isoliertheit als Individuum definieren?

Aus “Alchemie der Seele“, Cordula Mears-Frei, erschienen im Info 3 Verlag

Veröffentlicht in Bücher & Filme, Evolution des Menschseins, Meine Person, Publikationen | Kommentare geschlossen

Auf der anderen Seite der Freiheit

” Auf der anderen Seite der Freiheit lauert immer das Entsetzen. Jeder, der nach wahrer Freiheit sucht und daran interessiert ist, sie zu finden, kann von Angst geplagt werden. Denn wenn Du sagst: “Ich suche die Freiheit”, bedeutet dies, dass du das suchst, was keine Grenzen hat. Wenn du in die Grenzenlosigkeit dessen schaust, was weder Anfang noch Ende hat, wirst du möglicherweise von grosser Angst heimgesucht werden. Für das endliche Ego kann das, was unendlich ist, nur zutiefst beängstigend sein.

Wenn du es wagst, alle Barrieren abzureissen, wird Angst hereinbrechen und versuchen, dich am Erfolg zu hindern. Wenn alle Vorstellungen erschüttert werden, besteht die Möglichkeit, dass du über sie hinausschreiten kannst,und da, wo keine Vorstellung von Begrenztheit mehr bestehen, kann das Ego nicht existieren.

Schon ein flüchtiger Einblick in diese Möglichkeit ist für viele sehr erschreckend.” (Andrew Cohen, Erleuchtung ist ein Geheimnis)


Wie viele Teilselbste von uns suchen- und fürchten diese Erfahrung? Was alles gälte es loszulassen, würden wir uns der Flamme der bedingungslosen Freiheit stellen? Kein Teilselbst in uns hat die Macht, uns in dieses Feuer zu stellen. Egal wie viele Techniken, Methoden oder spirituelle Pfade wir gehen- immer noch ist es ein Teil in uns, der etwas bestimmtes will: Mehr Spiritualität, weniger Leben, mehr Intensität, weniger Verantwortung, mehr Liebe, weniger Leid. Solange wir getrieben sind von dem Motivationen unserer Ego-Ebene, ziehen und treiben uns Teilselbste voran, um dieses Feuer zu suchen, schrecken dann aber zurück, weil die Gewissheit uns entgegenspringt, dass nichts von dem bleiben wird, wenn wir wirklich brennen. In den Augen des Egos gleicht dies tatsächlich einem Tod und in der psychotherapeutischen Tradition wird zu guter Recht gerade dieser Schritt der Vernichtung verhindert, da ein “wesenloser Mensch” gleich einem psychotischen Zustand fremdbestimmt und willenlos geworden ist.

Und dennoch, bleibt der Hunger nach der Freiheit und treibt uns weiter voran. In dem Prozess einer Entwicklung von Bewusstheit werden wir selbst zum Zeugen, der unseren inneren Anteilen in diesem Sterben und Drängen gegenübersteht.

Ich fühle Schmerz, ich bin verletzt- statt mich in dieses Feuer hinein zu verlieren, fühle ich den ganzen Schmerz, aber beobachte mich genau in diesem Erleben. Ich beginne somit mich selbst als Zeuge in all meinen Handlungen und Emotionen in meinem eigenen So-sein zu erfahren. Da ist Schmerz; ich bin es- aber ich bin es nicht. Der Schmerz ist in mir. Ich werde zum stillen Gefäss für diesen Schmerz. Ich meditiere ihn nicht weg, aber ich erlaube meinem Gewahrsein, dem Schmerz bin in alle Tiefe auf die Spur zu kommen.

Dieser Augenblick ist Freiheit und Tod in einem. Ich verzichte darauf, den Schmerz mir eigen zu machen. Ich verzichte darauf, ihn einzuordnen, etwas mit ihm zu tun, ich erlaube keiner Handlung aus diesem Schmerz in Aktion zu treten. Ich atme den Schmerz.

An dieser Stelle spüren wir sehr genau, wie unser Ego das nicht will. Es möchte Berechtigung, für die eigene Verletzung, es sucht einen Schuldigen, eine Ursache, es möchte handeln, es will mit dem Schmerz seine Identität erhalten. Unser Ego erschrickt- und entspannt sich auf wundersame Weise, wenn wir stattdessen dem Schmerz sein So-Sein gewähren, uns aber still und gelassen gleichzeitig des Ortes bewusst sind, der nie verletzt werden konnte. Das ist die Geburtsstelle von Freiheit; eine Wolke zieht auf, am Himmel unseres Gewahrseins, wir beobachten ihre Entstehung, ihren Verlauf, sind gleichzeitig auch der Himmel, die weite des kosmischen Grenzenlosigkeit, in welcher die Wolke sich zeigt.

Ich bin in Stille und höre ein Geräusch. Sofort ordnet unser Ego dieses Geräusch ein, gibt ihm einen Namen, fordert nach Reaktion.

Ich bin die Stille und höre alle Geräusche und lasse sie durch mich hindurch ziehen, atmend, ohne ihnen einen Namen oder eine Bedeutung zu geben. Was geschieht? In mir kämpfen Freiheit und Identifikation. Grenzenloses Gewahrsein und persönliches, relatives Eingebundensein in Umstände, die mich bedingen, formen und zur Handlung bringen. Beides ist. Beides gleichzeitig wahrnzunehmen nennen wir in der Tradition der Arbeit mit Voice Dialogue das Erwachen eines Bewussten Ichs, welche die absolute wie auch die relative Ebene in mir zu integrieren weiss. Es entwickelt sich, mit jedem Mal, wo wir dies tun.

Jedes Paar von Gegensätzen, dass sich in meinem Innern zeigt, fordert diese Fähigkeit der bedingungslosen Präsenz. Und fordert gleichsam einen kleinen Tod, indem wir uns weder mit dem Einen, noch mit dem Andern identifizieren.

Stattdessen beginnen wir, uns selber zuzuhören. Wer spricht in mir- und wie gegensätzlich sind diese Anteile?

Ich bin wütend. In der Empfindung von Wut kommt sofort aus der Egoebene die Identifikation hinzu, welche die Wut für sich nimmt und etwas damit tun möchte. Verletzende Handlung ist die Folge. Ich bin Wut und beobachte, wie die Wut im Gefäss meines Gewahrseins ihre Form annimmt, sich ausbreitet und einer eigenen Dynamik folgen möchte. Ich widerstehe der Tendenz, die Wut in meinem persönlichen Gefängnis psychologisch festzuhalten und erfahre stattdessen, wie sie in Vibration und Energie durch meinen Körper kreist. Ich lerne meine Wut kennen. Ich sehe darin etwas, was ich bin, was ich aber auch nicht bin, denn jetzt ist die Wut nicht mehr gefärbt durch meine persönliche Assoziation, sondern wird frei als ewige Kraft, die in jedem anderen Menschen genauso lebt.

Was wird Wut, wenn wir diese Übung bis an ihr Ende verfolgen? Ist diese Wut noch etwas anderes, als Liebe? Was unterscheidet jetzt noch Liebe zu Wut; wenn ich weder Liebe noch Wut personalisiere? Was geschieht mit meinem Impuls der Liebe?

Wir werden plötzlich grenzenlos- das Gefängnis unserer Identifikation mit Etwas weitet sich aus ins Grenzenlose und eine tiefe Stille breitet sich in uns aus. Diese Stille macht uns Angst- gerade noch sehnten wir uns nach dem Feuer der spirituellen Erleuchtung- jetzt droht die ewige Vibration von So-sein uns zu vernichten. Und tatsächlich, vernichtet diese süsse Stille unser persönliches Anhaften an Zustände, Emotionen und Projektionen, durch die sich das Ego sein Eigenleben erschafft. Und am Abgrund der totalen Einsamkeit, wo sich nicht nur unsere gewohnheitsbedingten inneren Anteile still geworden sind, sondern auch im Aussen der Antrieb für Handlung wegfällt, entsteht überraschenderweise etwas ganz eigentümliches: Wir werden gewahr, dass wir absolut Eins und Verbunden sind mit jedem anderen Mensch auf dieser Erde. Nichts trennt uns mehr. Wir ruhen in einem Zustand der bedingungslosen Freiheit in der mein Ich sich am Ich des Andern entzündet. Und wir sind gleichzeitig alles, was es in dieser relativen Welt zu tun und zu sein gilt; wir sind Vater, Mutter, Kind, Schüler, Lehrer, Geliebte und Liebende. Nichts hat sich verändert und alles bleibt wie es war. Nur der Schleier, der sich zwischen mich und den Andern schob, in der Illusion von Trennung, lüftet sich und verschafft Authentizität; ganz sich selbst zu sein- und gleichzeitig ganz sich selbst vergessen, verloren zu haben. Unsere Wachheit steigert sich und eine Präsenz senkt sich in unsere Alltagsfragen, die brennende Erleuchtung schafft, ohne das ich dafür etwas tun muss. Wenn es nichts mehr zu tun gibt, wird es ruhig- und dann sehr laut, gewaltig- eine neue Art der Lebensfülle bahnt sich durch unser So-sein und wir beobachten staunend, gelassen und ehrfürchtig, was diese Kraft zu schaffen mag.

Keine persönliche Motivation? Absolute Motivation! Du wirst spüren und fühlen, dass Du selbst die Antwort bist, auf die die Erde wartet. Du hörst auf Suchender zu sein und wirst Gefunden.

(Einem Herzenssschüler gewidmet, der beginnt, sich dem Gefunden werden anzuvertrauen. Hab Mut!)

Veröffentlicht in Evolution des Menschseins | Kommentare geschlossen

Entwicklung im Bewussten Ich

Voice Dialogue und das Bewusste Ich

Die Voice Dialogue Arbeit
Entwickelt vor 30 Jahren von dem Psychologen Ehepaar Drs. Hal und Sidra Stone (USA) findet Voice Dialogue heute weltweit Anwendung in verschiedensten Bereichen der Psychotherapie, sozial- therapeutischer Arbeit, Kreativitätsförderung und künstlerischer Tätigkeit, Konfliktmanagement und Meditation, spirituellen Prozessen, psychosomatischer Lebensberatung, sowie Körper- und Energiearbeit.

Die menschliche Psyche
Die menschliche Psyche besteht aus einer Vielfalt von inneren, wie auch von außen wirksamen Energiekomplexen, welche Drs.Stones als Teilselbste oder innere Stimmen benannten. Sie erforschten wie diese „Teilselbste“ (subpersonalities) autonom und oft gegensätzlich das Ruder unserer Psyche übernehmen und entsprechend unseres persönlichen Wertsystems real fühlen, handeln und Entscheidungen treffen. Für die meisten Menschen ist dies der gewohnte Lebenszustand und entspricht unserem Alltags- Ich (Ego).

Während zu Beginn der Arbeit vordergründig das Erkennen dieser verschiedenen Wesensanteilen im Vordergrund stand, entwickelten die Stones daraus eine Technik (Dialoguing/Facilitation), welche es möglich macht, diese Teilaspekte direkt anzusprechen und durch Energieresonanz im physischen Raum sicht- und hörbar (Voice Dialogue) werden zu lassen. Somit wird ihre Botschaft und Prägung in aller Klarheit für uns erfahrbar. Wir schaffen mit dieser Erfahrung eine innere Distanz (Objektivität), welche Raum zur Eigenreflexion ermöglicht (Aktivierung eines nach Innen beobachtenden Gewahrseins).

Am Anfang des Prozesses begegnen wir meist den Wesensanteilen in uns, welche Erfahrungen und Prägungen aus Kindheitserlebnissen in sich tragen und darum bemüht sind, uns in ihrer Schutzfunktion vor wiederholender Verletzbarkeit zu schützen. Dieser Stimmenkomplex nennen die Stones Hauptselbste (Schutzstimmen). In unserer Kultur/Wertsystem typische Schutzstimmen sind z.B. der innere Kritiker, das angepasste oder rebellische Kind, der Leistungs- Antreiber, der Perfektionist, der Analytiker, die umsorgende Mutter/Vater, der Rationalist und überraschend oft auch ein spirituelles Selbst, welches Doktrin und regeln für den geistigen Werdegang in uns aufrecht erhalten.

Anliegen dieser Schutzstimmen ist es, innerhalb unserer Umwelt zu funktionieren und möglichst nicht mit den verletzbaren/verletzten (und somit die unvorhersehbaren Prozesse des Lebens kontrollierend) Anteilen unserer Psyche in Kontakt zu treten. Diese werden somit ins Unterbewusste verbannt und wirken von dort in Träumen, Partnerschafts- und Familienspiegelungen, sowie Körpersymptomen, welche von chronischen Verhärtungs- und Verspannungsprozessen, bis zu manifesten Erkrankungen führen können. Wenn diese Schutzstimmen von unserem Bewusstsein erkannt werden und somit Verständnis für ihr Anliegen entsteht, schaffen wir allmählich Raum für die verdrängten Selbste (disowned selves). Der Begriff „Disowned Selve“ könnte man mit „nicht mit Bewusstsein ergriffene Wesensanteile“ übersetzen. Was ich z.B. im außen kritisiere, beurteile, fürchte und von mir weise sind gerade diese unerlösten Anteile in mir, die auf mein bewusstes Erkennen warten. Wenn mir ein Blick auf diese Teilselbste gewährt ist, zündet sich ein Licht in der Dunkelheit und meine eigenen Schatten werden zu transformierten Kräften meines Urselbst.

Wenn instinktive Energien sehr stark verdrängt wurden, können sie als dämonische Teilselbste durch unser Unbewusstes hindurch in Erscheinung treten, was sich in  Träumen widerspiegelt oder in manifester Form, zu bedrohlichen Exzessen oder einem grundlegenden Gefühl der Fremdbestimmung führen kann.

Hier erkennen wir auch die weit verbreitete Einteilung der Welt in Gut/Böse, Dunkel/Hell, Richtig/Falsch. Wenn diese zersplitterte Weltansicht ohne Bewusstes Ich in der Mitte überhand nimmt, finden wir typische Symptome von Alltagsmüdigkeit, Kreativitätsverlust, Ängsten, bis hin zu körperlichen Auswirkungen (Krankheiten, unbestimmte Leiden) oder Psychosen, Fanatismus und Dogmatismus. Es ist wichtig, in unserer Welt zu differenzieren, und selbstverständlich wünschenswert, den förderlichen Impulsen Aufmerksamkeit zu schenken- wir können dies aber nur in wirklicher Freiheit tun, wenn wir Bewusstsein für die polarisierte Gegenseite schaffen. Eine Verdrängung ins Unbewusstsein stattdessen, schafft Einseitigkeit und Identifikation an unfreie Werte.

Bewusstes ICH
In unserem Alltagsbewusstsein (ego- experience) fehlt uns meist die innere Mitte, bewusst mit diesen Polaritäten umzugehen und so wechseln wir ohne es zu merken zwischen verschiedenen Teilselbsten und lassen unser Leben weitgehend von ihren Wünschen, Botschaften und Werten bestimmen. Wir sind somit „in einem Schlafzustand, der einem automatischen Reagieren ähnlich ist und wenig Spielraum für ein freies Handeln lässt“ so Ouspensky.

In der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Arbeit durch die Stones wurde deutlich, dass die Aufmerksamkeit auf ein bewegliches Bewusstseins- Zentrums in der menschlichen Psyche das vordergründige Ziel der Arbeit sein muss, um die Identifikation zu diesen autonomen Stimmen deutlich zu machen. Diese Mitte benannten sie “Bewusstes Ich”(Aware Ego)- der Ort, wo durch wachsendes Bewusstsein und Erkenntnis unserer Psyche, die Instanz einer Entscheidungsfreiheit entwickelt werden kann. Dies gleicht dem Aufwachen von meiner „Person“ (Persönlichkeit), zu meinem möglichen, wahren (und höheren) Selbst. Obwohl die Schutzstimmen uns in ihrem “Blindlauf” oft mehr schaden als helfen, da sie ein vergangenes Wertsystem aufrecht erhalten, sind sie in ihrer Vielheit wertvolle Helfer und können in unser Leben so integriert werden, dass sie, aktiviert durch unser Bewusstes Ich, dort wirken, wo man ihre Vitalität tatsächlich braucht.

Das Kennen lernen unserer verdrängten Selbste öffnet unseren Horizont für eine Welt, die unmittelbar und unerwartet oft eine Fülle von Kreativität und Lebensfreude erschließt. Bis in die Archetypen der Natur, Elementarwesen und der Realität einer geistigen Welt reicht nun das beginnende Erwachen aus einem neuen Bewusstsein. Unser Blick schärft sich für die Lebendigkeit hinter allen Demaskierungen und somit wächst unsere Fähigkeit zu einer echten Erfahrung mit meinen Mitmenschen, wie auch die Welt in der ich lebe.


Aufmerksamkeitsschulung und Lebensgestaltung

Unsere Teilpersönlichkeiten sind in ihrer Vitalität Träger all unserer Emotionen und in diesem Sinne oftmals die Energie, die uns mit der Welt, unserem Körper und den Mitmenschen in RESONANZ sein lassen. Anliegen der Arbeit ist es, diesen Vorgang BEWUSST zu schulen.
Auch wenn uns schwierige Situationen von außen begegnen und wir in Krisensituationen stehen, wird es so immer öfters möglich sein, in einer bejahenden, vertrauenden Haltung auf meinem Lebensweg nach Sinn und Erfüllung zu fragen und darauf Antworten, aus der Stille, zu erfahren. Die Erfahrung eines bewussten Ich beinhaltet dementsprechend der Fähigkeit, nach Innen zu lauschen und Handlungsimpulse wahrzunehmen, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Hierin entwickelt sich durch kontinuirliche Übung die Möglichkeit, auch widersprüchliche und sich in ihrer personalen Motivation ausschließende Impulse in unserem Innern ganzheitlich „auszuhalten“. Darin erschließt sich die Möglichkeit einer neuen und oft überraschenden Verbundenheit mit meinem Gegenüber und der Welt, welche auch Diversitäten in meinem Lebensumfeld nicht mehr als bedrohlich oder feindlich einstuft, sich davon aber auch nicht fremdbestimmen lässt.


Durch die fortführende Arbeit mit Voice Dialogue entwickeln wir zunehmendes Erkennen und Verstehen energetischer Prozesse, welche sich in Körperempfindungen, aber auch in unserem feinstofflichem Energiesystem manifestieren- durch praktische Übungen zum Erkennen dieser Prozesse gelingt es uns, als Voice Dialogue Facilitator (Behandler) auch bei unserem Klient, diese energetischen Muster wahrzunehmen.

Durch Wahrnehmung unserer Intention, Zielsetzung und Motivation innerhalb der therapeutischen Arbeitssituation entsteht Möglichkeit zur objektiven, freien „In-Beziehung“ treten mit unseren Mitmenschen. Ich betrachte den Andern jetzt nicht mehr durch die Bilder meiner Vergangenheit sondern in einer liebevollen, fragenden Haltung die offen ist für das Unbekannte/Neue.

Werkzeuge und Ziele in der Arbeit

In der Voice Dialogue Methode ist das Kennen lernen der eigenen Teilselbste, wie auch die Erfahrung des eigenen Energiesystems gleichbedeutendes Werkzeug. Als wichtigste Instanz, steht die Entwicklung eines Bewussten Ichs, welches uns die Handlungsfreiheit schenkt, als authentischer Mensch in der Welt zu stehen und mit unseren Seelenaspekten in Kontakt zu treten, ohne uns mit einer Ideologie, oder einseitiger Identifikation zu einer Sache unfrei machen zu lassen. Dieser Prozess ist ein lebenslanges, spannendes Unternehmen, der in schrittweisem Erwachen einer mystischen Reise zu lebendigem Menschsein gleichkommt.

Voice Dialogue wird unterstützt durch verschiedenste künstlerische Prozesse, wie z.b. durch Malen, Tonen, Plastizieren, Singen, Tanz und Bewegung und fördert gleichzeitg in Wechselwirkung die Ausübung aller künstlerischer Elemente, durch bewusstes Einladen kreativer Energien.

Weitere Informationen: www.praxis-integrationsarbeit.de

und aktuell unsere Voice Dialogue Sommerakademie 2011: http://sommerakademie.menschenklang.com/

Veröffentlicht in Voice Dialogue | Getagged , , , | Kommentare geschlossen